Man Man sind jetzt Labelkollegen von Tom Waits. Das passt übrigens wie die berühmte Faust aufs Auge. Die Plattenfirma kann man nur beglückwünschen den bekloppten (im positiven Sinne) Haufen nun unter Vertrag zu haben. Gut, reich wird vermutlich keiner mit dem musikalischen Schaffen von Man Man. Dafür werden die Menschen, die sich auf „Rabbit Habits“ einlassen wieder mal eine Offenbarung erleben.
An dieser Stelle stellt sich ganz ernsthaft die Frage, warum sämtliche Plattenlabels von A bis Z zur Zeit oftmals so unter Beschuss stehen? Nein, hier soll keine Werbung für die große Industrie gemacht werden, aber so lange irgendein Mensch auf diesem Planeten eine Band wie Man Man unter Vertrag nimmt und deren Außergewöhnlichkeit erkennt, kann das Musikgeschäft und deren Vertreter auf Labelseite einfach gar nicht so schlecht sein!
„Rabbit Habits“ hat dreizehn nicht alltägliche Songs zu bieten. Vor dem Genuss der Scheibe empfiehlt es sich unbedingt die Gehörgänge ordentlich durch zu pusten. Was in den folgenden knapp 50 Minuten auf den Hörer zurollt wird nämlich ordentlich die Gehirnwindungen durchschütteln. Die Musik von Man Man lässt sich nur schwer einordnen. Wer allerdings eine Vorliebe für Tom Waits und Captain Beefheart hat, der sei herzlich Willkommen in der Welt von „Rabbit Habits“. Die Musik rangiert irgendwo zwischen versoffenem Punk, Seemannsliedern, Folk und einer schrägen Portion Rock. Die Stimme klingt zu Beginn sicherlich gewöhnungsbedürftig, wenn man sich aber erst mal an die bellende Kratzbürste gewöhnt hat, dann ist man gerne Gast auf dieser Irrfahrt.
Einen Song hier hervorzuheben fällt unglaublich schwer. „Hurly/Burly“ ist eine großartige Nummer, mit fast konventionellen Songstrukturen. „Big Trouble“ ist ebenfalls ganz großes Kino und mit seinen langsamen, schrägen Bläsern und dem kratzbürstigen Gesang erinnert das Stück an den großen Tom Waits. Wer es lieber balladesk mag, der ist beim Klavierstück „Doo Right“ gut aufgehoben. Im Grunde muss man die Scheibe aber an einem Stück genießen, denn nur so erschließt sich der ganze Kosmos von Man Man, mal abgesehen davon, dass die dreizehn Songs verdammt homogen und wie aus einem Guss klingen.
Fazit: „Rabbit Habits“ ist sicher keine alltägliche Scheibe von keiner alltäglichen Band. Die Scheibe macht insgesamt sehr viel Spaß und stellt sämtliche Hörgewohnheiten auf den Kopf. Musik, die die Welt nicht retten kann, aber die eigene kleine Welt verschönert.