Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac sind in ihrer kanadischen Heimat längst in den erlauchten Kreis der Stars aufgestiegen und aufgenommen worden. Ihr zweites Album „Caravan“ wurde bei den East Coast Music Awards nominiert. Madison Violet selber als Gesangsgruppe des Jahres bei den Canadian Folk Music Awards.
„Caravan“ kann man beim Wort nehmen. Der Titel ist Programm, da die Songs in der idyllischen Abgeschiedenheit von Byron Bay am östlichen Punkt von Australien entstanden sind - im Wohnwagen. Relaxt und entspannt sollen die Tracks zwischen Surfen, Biken und Backgammon geschrieben worden sein. Ob dies nun zur Legendbildung beitragen soll oder nicht, sei mal dahingestellt, entspannt kommen jedenfalls die zehn Stücke aus den Boxen gekrochen.
Country, Folk, Americana und im Grunde doch alles Pop. Bisweilen ist das dann doch etwas zu lieblich und tendiert dabei leider auch in Richtung beliebig. Konsenspop der Marke The Corrs ist nicht selten der Fall. Da helfen auch Lap-Steel, Dobro, Violine und Geige nur bedingt den Sound dann doch etwas kantiger klingen zu lassen. Ja, auch der großartige Ron Sexsmith ist an der Scheibe beteiligt, nur merklich hören tut man dies leider nicht.
Allerdings ist „Caravan“ alles andere als schlecht – nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht und vermittelt wird. Ganz besonders ragen natürlich die Harmoniegesänge heraus. Wie sich Brenley und Lisa hier die gesanglichen Bälle zuspielen ist schon eine Kunst für sich. Ihre außerordentlich guten Livequalitäten konnten die beiden Damen ebenfalls ins Studio retten und dass der Gesang diesmal nicht getrennt voneinander aufgenommen wurde, ist sicher auch eine Bereicherung für das Gesamtklangbild. Überhaupt wurde hier Wert auf einen erdigen Sound gelegt, den ganzen Schnickschnack und Firlefanz, den man heutzutage auf jeder drittklassigen Produktion findet, sucht man hier vergeblich – gut so!
Fazit: „Caravan“ ist unter dem Strich ein nettes Album geworden, was dem Country und Folkanspruch vielleicht nicht ganz gerecht wird und dafür zu viele Mainstreampopanleihen zu bieten hat. Trotzdem lassen sich die zehn zuckersüßen Songs sehr gut in einem Rutsch hören und Zuckerwatte schmeckt bisweilen ja auch mal ganz gut!