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Lorca-Pradal: El Diván Del Tamarit

(Virgin Classics / EMI)

Autor: Katze / Wertung: 9.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Lorca-Pradal: El Diván Del TamaritMit ‘El Diván Del Tamarit’ huldigt der spanische Musiker Vicente Pradal dem heute zum Mythos avancierten  spanischen Dichter Federico García Lorca, der zu Lebzeiten politisch verfolgt und schließlich im Jahre 1936 im Alter von gerade mal 38 Jahren von Faschisten ermordet wurde, bei denen er mit seinen gesellschaftskritischen Werken und sicher auch seiner Homosexualität Anstoß erregte.

Seine Werke um Liebe, Leidenschaft, Freiheit und Tod in Spanien blieben in der Folge in Spanien verboten, erfreuen sich aber in den letzten Jahrzehnten wieder einer wachsenden Beliebtheit. Zu den berühmtesten Lorca-Interpreten zählt Vicente Pradal, der sich bereits in seinen Werken ‚Romancero Gitano’ und ‚Llanto’ mit seinem dichtenden Landsmann beschäftigt hat. Mit vorliegendem Album taucht Pradal ein weiteres Mal in Lorca’s Schaffen ein und präsentiert seine Interpretationen von dessen letztem Gedichtszyklus ‘El Diván Del Tamarit’. Leider bleiben mir die Inhalte der Texte größtenteils verborgen, da ich weder der spanischen Sprache mächtig bin, noch meine Französischkenntnisse so umfangreich sind, dass ich die Übersetzungen der Lieder im Booklet in eben jener französischen Sprache verfolgen könnte. Das macht aber auch nicht viel aus, denn auch ohne Textverständnis kann man den enthaltenen Emotionen und Stimmungen gut folgen, denn Pradal präsentiert sich hier sehr ausdrucksstark. Seine Lieder sind meist von enormer Melancholie einerseits und heroischer Stärke andererseits geprägt und wissen den Hörer augenblicklich so in seinen Bann zu ziehen, dass man sich fast augenblicklich auf einer Reise durch die Tiefen Andalusiens wähnt. Musikalisch wird Pradal durch ein erstklassiges Ensemble begleitet, das seine Instrumente hörbar beherrscht und auch klanglich gibt es an dieser sauberen und druckvollen Produktion nichts auszusetzen.

Fazit: ‘El Diván Del Tamarit’ ist keine leichte Kost, weder textlich (wie ich aus bereits erwähnten Gründen nur vermuten kann) noch musikalisch, so dass man sich wirklich sehr bereit auf dieses Werk einlassen und sich viel Zeit und Ruhe beim Hören desselben verschaffen muss. Wer dann aber diese Randbedingungen für sich klar gezogen hat, der wird mit einem wirklich schönen und lohnenswerten Hörerlebnis belohnt. 9½ Punkte!

Homepage Vicente Pradal

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