Bei „Long Walk Home“ denkt manch einer sicherlich an das gleichnamige, australische Filmdrama aus dem Jahre 2002 und wird, wenn er hört, dass die Band Long Walk Home ebenfalls aus Australien kommt, den Schluss ziehen, dass sich diese Combo nach eben jenem Film benannte haben wird. Ich allerdings denke, dass man dies zu fast hundert Prozent ausschließen kann, denn wie so vieles, was wir hier in Deutschland filmisch serviert bekommen, wurde auch dieser Streifen auf deutsche Bedürfnisse und deutsches Verständnis für englische Sprache umbenannt. Im Original hört dieser Film nämlich auf den Namen „Rabbit-Proof Fence“ und bei diesem Namen lassen sich bereits deutlich weniger Parallelen zur vorgenannten Band ziehen.
Genug der einleitenden Worte: „Youism“ stellt das Debüt der australischen Formation Long Walk Home dar, welches in Australien bereits vor einiger Zeit veröffentlicht wurde und mit dem nun Vertriebs-, Promotion- und Bookingpartner für die Band gewonnen werden konnten, so dass diese Langrille auch in Kürze in deutschen Plattenlabeln stehen wird. Die Band sieht diesem Tage mit offensichtlich großer Vorfreude entgegen und machen sich entsprechende Hoffnungen, hierzulande einzuschlagen wie die sprichwörtliche Bombe. Ob sich diese Hoffnungen erfüllen werden, muss man abwarten, allerdings stehe ich nach dem Genuss von „Youism“ dieser Hoffnung ein wenig skeptisch gegenüber. Vom musikalischen Handwerk her gibt es zwar wenig bis gar nichts an den insgesamt dreizehn Titeln auf der Langrille auszusetzen, aber so wirklich zwingend überzeugend kommt die Mucke nicht unbedingt rüber. Zu vertrackt und zu wenig griffig ist das Material insgesamt, als dass es sich wirklich auf Anhieb in den Gehörgängen festzusetzen vermag. Und auch nach inzwischen mehreren Durchgängen fällt es zumindest mir persönlich immer noch sehr schwer, einen Zugang zu dem Gesamtwerk zu finden, auch wenn ich gestehen muss, dass mich der ein oder andere Part auf der Scheibe schon immer mal wieder aufhorchen lässt.
Fazit: „Youism“ würde ich durchaus als schwere musikalische Kost bezeichnen, mit der man sich mehr als intensiv auseinandersetzen muss, um einen Zugang zu ihr zu bekommen. Wenn man allerdings entsprechen Ruhe und Muße hierfür hat, so dürften vor allem Fans von Bands wie beispielsweise Sigur Ròs, Muse und Co immer wieder schöne Stellen auf der Platte und vielleicht auch letzten Endes ihre Liebe zu Long Walk Home entdecken.
Zwiespältiges und schwer einzuschätzendes Material und musikalisch ziemlich konkurrenzlos, deswegen ausnahmsweise einmal keine Bewertung nach Punkten!
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