Sie haben ihre Fans ja schon ziemlich lange auf ein neues Studioalbum warten lassen, aber eines ist nach wenigen Tönen schon gewiss: 14 Jahre Wartezeit nach dem letzten offiziellen Studio - Release „Psychoschizophrenia“ haben sich definitiv gelohnt!
Mit „Waters Rising“ haben die amerikanischen Hard Rocker Lillian Axe ein Stück Edelmetal geschmiedet, mit dem in dieser Form sicherlich die wenigsten Metalheads gerechnet haben dürften. Zu oft gehen Veröffentlichungen nach langen Jahren musikalischer Auszeit qualitativ dermaßen in die Hose, dass man schon sehr skeptisch an ein solches Werk herangeht. Hier allerdings kann man seine Skepsis getrost über Bord werfen, denn auch wenn die Herren lange Zeit unter getaucht waren und vom originalen Line-Up eigentlich nur noch Bandgründer und Gitarrist Steve Blaze übrig geblieben, so fährt die Combo dennoch hier ein amtliches, 12 Song starkes Brett. Besonders Derrick LeFevre, der Langzeitsänger Ron Taylor am Mikrofon ersetzt, kann mit ausdrucksstarkem Gesang und feinen Melodielinien auf ganzer Linie überzeugen. Stilistisch festlegen lassen will man sich im Jahre 2007 anscheinend nicht im Hause Lillian Axe, denn man bedient eine ganze Latte an hard rockenden und metallischen Spielarten. Besonders hervorstechend sind für mich Songs wie „I Have To Die, Goodbye“, das mich stark an Extreme zu ihren besten Zeiten erinnert, das unglaublich atmosphärische achteinhalb Minuten Epos „Fields of Yesterday“ und der Titeltrack und Opener „Waters Rising“, der gleich zu Beginn unglaublich nach vorne geht und in der hier gebotenen Form auch locker als neue Fates Warning Nummer durchgehen könnte. Aber auch die übrigen Titel brauchen sich nicht hinter den eben genannten zu verstecken, denn hier bekommt der geneigte Hörer eine durch und durch homogene Platte geboten, die, je öfter man sie konzentriert genießt, sogar noch an Musikalität und Ideenreichtum ständig zu wachsen scheint.
Fazit: „Waters Rising“ wird, das kann ich jetzt schon sicher behaupten, definitiv eins meiner absoluten Favoriten – Alben des Jahres 2007 werden. Was Lillian Axe hier bieten ist musikalisch absolut reif für die metallische Bundesliga. 11 „Welcome“ Back Points!
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