Lee Harvey & The Oswalds aus München versuchen all ihre musikalischen Einflüsse zu ihrem Ding zu machen. Dass bei einer achtköpfigen Band einiges zusammenkommt, dürfte dabei klar sein. So hört man auf ihrem Zweitling Still confused, but on a higher level vor Allem Mr. Bungle, Frank Zappa, Waltari und Metal der Marke Metallica, Edge Of Sanity und Bolt Thrower heraus. In den persönlichen Profilen finden sich aber noch weitere Künstler wieder, wie z.B. Dream Theater, Tower Of Power, Black Sabbath, Marceo Parker oder Massive Attack.
Trotz des dreiköpfigen Bläserensembles und des Kollegen Thomas Czogalla an Orgel und Synth überwiegen aber deutlich die Metaleinflüsse. Zum Ende hin tendiert man dabei immer stärker in Richtung Death Metal, was wenig verwunderlich ist, da die Band ursprünglich aus diesem Genre stammt und die Songs zum Gros von Gitarrist Florian Bätz geschrieben werden. Man darf im Fall von Lee Harvy & The Oswalds sicherlich von verschenkten Möglichkeiten reden, denn bei einem demokratischen Songwriting hätte man wahrscheinlich mehr aus dem vorhandenen Potential herausholen können. So merkt man den Jungs zwar an, dass sie gerne etwas Besonderes wären, aber leider blitzen die wirklich überraschenden Ideen viel zu selten auf, wie z.B. bei Drunken soldiers killed my mama. Auch fehlt den Songs etwas die Eingängigkeit, die ähnlichen Bands wie Waltari zu ihrer Popularität verholfen haben. Und Sänger Manuel Leupold fehlt auch die Klasse, um Mehr aus dem Material zu holen.
Dass die Band beinahe ausschließlich in Medien aus dem Metal Bereich für ihren angeblich innovativen Sound gefeiert wird, dürfte Indiz dafür sein, dass sich ihr Sound nur für Ohren eingefleischter Hartwursthörer ungewöhnlich anhört. Genrehüpfer werden trotz der vorhandenen Qualität doch eher von einem lauwarmen Süppchen reden und aufgrund des wirklich schauerlichen Artworks vom Kauf ablassen. Vielleicht überzeugt die Combo ja beim nächsten Mal auf ganzer Linie und nicht nur bei wenigen Momenten.