Die Gitarre hämmert und hämmert und hämmert. Ehrlich gesagt: Ich bin mit dem Anfang der neuen Platte von "Lake of Tears" etwas überfordert. Der Anfang ist dermaßen stumpf. Und ich meine: STUMPF!!! Das Album heißt übrigens "Monde und Pilze". Übersetzt natürlich. Das ist doch auch STUMPF!!! Oder nicht?
Bevor ihr euch jetzt zu sehr aufregt, liebe Lake of Tears-Fans: Ich find die Platte zwar streckenweis einfältig, aber gut.
Denn was sich gleich bei "Island Earth" an Melodien zwischen die wie an einem Zollstock entlang getackerten Gitarrenanschläge verirrt, ist zwar simpel, aber interessant. Ozzy-artig mäandert die Stimme von Daniel Brennare entlang einer mit fiepsiger Technik angestrahlten Wall of Sound. Der Titel der Platte ergibt nun einen Sinn. Ziemlich schnell sogar. Denn Mushrooms haben diese Jungs sicherlich schon mal konsumiert, auch wenn ich empfehle, die häufig herbeizitierten Pink Floyd (okay, "Like a Leaf" klingt wie Pink Floyd nach der Elche-Jagd) tief in der Schublade zu lassen. Das Prädikat "Psychedelic" möchte ich dennoch nicht vergeben.
Und wäre da nicht das ätherische Element, das die schweren Gitarren zeitweise wie auf Schwingen trägt, dann würde ich "Moons and Mushrooms" gar ein wenig in die Schweinerock-Ecke drängen wollen. Auch eine Prise Depeche Mode glaube ich zu hören - ohne dass ich damit jetzt irgendwen anpissen will - und vielleicht auch Tiamat, deren "Wild Honey" ich seinerzeit für - dem Zeitgeist geschuldet - sträflich überbewertet hielt.
Während allerdings der herkömmlich Schweinerocker seinem Sound ordentlich Drive zu verleihen versteht und Depeche Mode irgendwie eigenständig sind, bekommen Lake of Tears so richtig den Arsch nicht hoch. Ein wenig mehr Schwung hätte der Platte sicherlich gut getan. Dennoch ist "Moons and Mushrooms" sicherlich eine der besseren CDs des Genres.