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Laith Al-Deen: Die Frage Wie

(Sony BMG Music)

Autor: DJ / Wertung: 8.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Bild von Laith Al-Deen - Die Frage WieLaith Al-Deen ist eine Problemzone im nationalen Musikbusiness. Der Halbiraker macht Popmusik, seine Texte verfasst er in Deutsch und in seiner Stimme schwingt immer eine gehörige Portion Soul mit. Zwangsläufig reiht man ihn damit neben Xavier Naidoo ein. Und der ist ebenso geliebt wie gelitten. Laith Al-Deen haftet außerdem noch das Prädikat ‚Schmusesänger’ an, weil es in seinen Texten häufig um das Zwischenmenschliche geht, was der Multiinstrumentalist zudem immer mit der ihm eigenen sanften Stimme vorträgt. All das ist für viele schon der metaphorische Finger, der im Hals das Zäpfchen krault. Dass der Mann weit mehr in petto hat, haben tolerante Geister von Scheuklappen befreit allerdings schon bei den letzten Releases erkannt. Und dass der gebürtige Karlsruher über eine aussagekräftige Stimme verfügt, dürften selbst gehässige Zeitgenossen nicht bestreiten dürfen. Die Frage wie zeigt den Musiker erneut in deutlicher Entwicklung. Wer den smarten Barden nur mit seiner ersten Hitsingle Bilder von Dir verbindet, muss sich nicht nur erstaunt über die musikalische Vielfalt auf Die Frage wie zeigen, sondern auch über die teils gar nicht so bequeme Atmosphäre der einzelnen Stücke. Hoffen und Bangen, Selbstzweifel und Suche, Lieben und Verlassenwerden sind wiederkehrende Motive. Alleine der eingängige Opener Ruhe mit seinem kräftigen, breiten Refrain drückt das Rastlose, das ewige Suchen bis hin zu Selbstentfremdung aus. Liebe ist dabei nur ein Aspekt. Und ein Aspekt, den man nicht nur horizontal oder durch die rosa Brille betrachten muss, wie spätestens die abschließende Vertonung des Hesse Gedichts Liebe belegt – was überraschend kühl und steril geraten ist und damit eben eine neue Perspektive eröffnet. Das Lied gehört neben dem erwähnten Ruhe ebenso zu den Höhepunkten auf Die Frage wie wie das mit Gastsänger Kili El Houssaine in zwei Sprachen dargebotene Damit ich wieder schlafen kann. Trotz der nicht unbedingt zu erwartenden ‚Mainstreamlosigkeit’ braucht das Zielpublikum nicht die Befürchtung zu hegen, mit progressiven Klängen vom Fallenlassen abgelenkt zu werden. Die Frage wie ist trotz einer gewissen Experimentierfreudigkeit immer noch ‚easy listening’, immer noch massenfreundliche Pop Musik. Aber sicherlich besser, als manch einer unbedingt beim Namen Laith Al-Deen erwartet. Sollte das Gerücht stimmen, dass das Goldkehlchen eventuell Interesse an einem rockigeren Intermezzo hat, könnte dies interessant werden.

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