Mal ganz ehrlich: Vieles, was sich im Underground tummelt und als große Hoffnung, als individuell, kreativ, neuartig oder sonst was angepriesen wird, ist international höchstens Mittelmaß. Da macht es Hoffnung, wenn eine Band wie Lacuna - die scheinbar mühselig seit Jahren voran kriecht - eine kontinuierliche Entwicklung verzeichnet. Und das tut sie, zäh fließend voranschreiten, wie derzeit die Tour de France-Recken, die sich Höchste-Kategorie-Berge hinaufquälen und irgendwann doch ankommen. Da ist es zu verschmerzen, dass es etwas unspannend scheint, wenn der Troisdorfer Kult-Knöpfchendreher Guido Lucas für die Produktion verantwortlich zeichnet.
Denn: Trotz des wenig überraschenden Soundgewands fährt die Bänd mit ihrer Mixtur aus Grunge, Crossover und QOTSA-Anleihen – typisch FinestNoise – außerordentlich gut. Kraftvoll bauen sich Gitarrenwände auf, werden von sanften Licks und dezent angezerrten Riffs eingerissen, um gleich darauf wieder errichtet zu werden. Songs wie „Servant“ oder „Bitter“ sind dann auch geprägt von permanent rollender Verzerrung, und dennoch verleiht meist eine kleine Melodie den nötigen Wiedererkennungswert. „Fish“ gefällt gar mit Stop-and-go-Rhythmik und Bongo-Getrommel, fließt in scheinbar ungleichem Tempo wie besoffen voran und fordert zum Mitnicken auf.
Spieltechnisch gibt’s auch keinen Grund zu meckern und der Gesang von Marko Bach bewegt sich in angenehm düsteren Gefilden. Zwar werden Lacuna mit „Nuèe Ardente“ keine Revolution auslösen, dennoch: Klasse Platte.