Die Kurzarbeit wird inzwischen zum Fulltimejob, geht sie doch schon in die vierte Runde. Nach Psychopathen, Schnüffler und Vampire widmen man sich diesmal der Angst - allerdings werden den Hörer die meisten Beiträge eher kalt lassen.
Einen mauen Start erwischt man mit der Kurzgeschichte Die Dinge im Dunkeln von Mark Tassel. Obwohl geboren 1974 - und somit eigentlich ein guter Jahrgang - ist die banale Gruselgeschichte aus der Sicht eines 6jährigen dennoch eher dünne Literatur des gebürtigen Pforzheimers. Sprecher Ron Salert nervt mit seiner Imitation des verängstigten Kindes zudem. Und auch die zweite Geschichte Nur die Furcht selbst aus der Feder Mark Tassels kann nicht überzeugen. Hier versucht er Handlung durch Gesabbel zu ersetzen. Das reist selbst der Vortrag von Oliver Theile nicht mehr raus.
Der Spiegel von Stefan G. Müller beschleunigt zwar auch nicht den Herzschlag, aber zumindest sein Stil weiß zu gefallen. Kongenial ist hier auch die Darbietung von Raymond Dudzinski, der die Geschichte angenehm vorträgt.
Thorsten Pahlke ist mein persönlicher Held dieser vierten Kurzarbeit. Sein Beitrag zur Kurzarbeit ‘Schnüffler’ zeigte ihn damals in schlechter Verfassung, aber mit Des Menschen bester Freund, der letzten Geschichte auf dieser CD, rettet er Angst. Eine wirklich fiese, ekelhafte Erzählung, die Schmerzen beim Hören verursacht. Und die Horst Kurth erstklassig vorträgt.
Im Ganzen betrachtet lohnt sich der vierte Teil nicht. Eine gute Geschichte und ansonsten recht dürftige Beiträge, die eher langweilen als fesseln. Was bleibt ist die gute Idee und der ehrliche Wunsch, dass Tod, die fünfte Folge, für die bis zum 31. Juli noch Beiträge gesucht werden, mehr bietet.
Wenn ich dann auch mal etwas dazu sagen dürfte.
Wenn dies eine Rezension ist, verfehlt sie leider den Anspruch einer solchen.
Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich an der hier beschriebenen Produktion beteiligt bin. Allerdings liegt es mir fern, mit diesem Kommentar meinen perönlichen Rachefeldzug zu starten. Ich möchte nur sagen, wie es ist und dabei das ganze nicht so unsachlich behandeln, wie es der Rezensent offenbar tut.
Warum zum Beispiel macht dieser sich die Mühe, unsachliche Ausdrücke wie “nerven” und “Gesabbel” zu benutzen, wenn man doch ohne Worte am einfachsten vermeidet, etwas zu sagen? Will sagen: Wenn man emotionale Platituden durch kurze Beschreibungen ersetzt, wären zum einen die geneigten Leser besser in der Lage, sich ein eigenes Bild des Werks zu machen. Zum andern wäre man als Autor einfach etwas sympathischer.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
Comment by Ron — October 5, 2007 @ 10:43 pm
Hier geht es sich nicht darum, sympathisch zu sein, noch war die Besprechung unsachlich - denn tatsächlich hat mich Dein Vortrag genervt.
Aber… es macht mir keine Mühe, ‘unsachlich’ zu sein. Das fließt mir einfach locker aus der Hand.
Und ansonsten habe ich Deine Kritik meiner Anspruch verfehlenden Rezension nicht verstanden.
Comment by DJ — October 6, 2007 @ 7:33 pm
Unsachlichkeit definiert sich genau über Deinen ersten Satz. Denn Sachlichkeit bedeutet auch Objektivität, keine Meinungsmache. Natürlich ist eine Rezension immer ein Stück weit subjektiv, das sehe ich ja ein. Nur sollte sie dem Leser die Möglichkeit einer eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema geben. Du behauptest einfach, jedem Hörer muss es so gehen wie Dir. Das ist nun einmal ein falscher Ansatz für eine Rezension wie ich sie verstehe.
Wenn man schon etwas über ein Produkt sagen möchte, reicht es nicht nur zu sagen: Das nervt. Denn das ist eine Behauptung, aus der niemand einen Nutzen ziehen kann - damit sagt man nichts. Und was ich mit letztem Kommentar sagen wollte war: Wenn man nichts sagen will, warum dafür den Umweg gehen, Worte zu benutzen?
Und noch eine Anmerkung: Der Titel der Arbeit ist nicht “Ihr werdet euch enorm gruseln”. Man könnte also vermuten, dass es tatsächlich um Geschichten geht, die sich um Angst im Allgemeinen drehen und nicht solche erzeugen müssen.
Comment by Ron — October 11, 2007 @ 11:01 pm
Ich habe auch an dieser Produktion mitgewirkt. Zwar bin ich in dieser gut weggekommen, habe aber in einer anderen Sache “einstecken” müssen. Wobei ich das “Einstecken” eher als Zeit des Überlegens gesehen habe.
Jeder Rezensent schreibt in seiner eigenen Art und Weise und hat dadurch eben seine Leserschaft. Sich über einen Schreibstil zu äußern ist natürlich jedem erlaubt, aber meiner Meinung nach wirkt es immer wie eine Rechtfertigung oder sonst was. Sich der Kritik annehmen und im Stillen damit auseinandersetzten - natürlich auch seinen eigenen teil dazu denken - bringt mir immer recht viel.
Comment by Jaxx — November 6, 2007 @ 7:35 pm