Kirsten Dunst ist gerade mal 25 Jahre jung. Besonders erwähnenswert deshalb, weil man sie als Schauspielerin eigentlich schon seit gefühlten Jahrzehnten zu kennen glaubt. Der Eindruck täuscht nicht, denn ihre ersten Gehversuche in diesem Geschäft machte sie bereits 1989 in „New Yorker Geschichten“. Das erste Mal vor der Kamera stand sie allerdings schon mit drei Jahren und verdiente sich erste Meriten als Kindermodell. Ihren ersten großen Erfolg konnte sie sicherlich an der Seite von Brad Pitt und Tom Cruise in „Interview mit einem Vampir“ feiern. Auch in der Serie „Emergency Room“ war die Tochter einer Schwedin und einem Deutschen zu sehen. Erfolge wie die „Spider-Man“ Filme oder an der Seite von Julia Roberts in „Mona Lisas Lächeln“ manifestierten und etablierten sie als Schauspielerin und als fest Größe in Hollywood. Daneben gilt sie mittlerweile als modische Stilikone und macht auch mit ihren Liebschaften von sich reden – ganz so wie es sich für die Karriere eines Stars gehört.
Was lag da also näher, als den bisherigen Weg von Kirsten Dunst nachzuzeichnen und eine Art Biographie zu verfassen? Dieser Aufgabe nahm sich nun Starbiograph Brandon Hurst an, der auf dem Gebiet ja nun über reichlich Erfahrung verfügt. Man denke dabei u.a. an sein Werk über Angelina Jolie in ähnlicher Art und Weise. Auf knapp 130 Seiten wird der Werdegang von Kirsten Dunst nun nachgezeichnet. Zahlreiche Fotos und Bilder ihrer Karrierestationen, wie auch private Abbildungen ergänzen und bereichern das Buch entsprechend.
Da es sich hier nicht um eine autorisierte Biographie handelt kann die ganze Geschichte natürlich nicht zu sehr in die Tiefe gehen. Aber das kann man ja auch nicht wirklich auf 130 Seiten erwarten und für die finale Biographie ist Kirsten Dunst dann auch wirklich noch zu jung. Trotzdem ist dieses Buch für Fans und Interessierte ein sehr schönes Werk geworden. In geballter und komprimierter Form bekommt der geneigte Leser hier alles geboten, was es Wissenswertes über Frau Dunst zu lesen und zu erzählen gibt.
Schon die Einleitung gibt Einiges über den Menschen Kirsten Dunst preis. So erfährt man z.B., dass sie das übliche Promileben eigentlich nicht mag und die Spielregeln des Geschäfts auch nicht oder nur widerwillig annimmt. Freundschaften pflegt sie lieber mit Leuten außerhalb der Branche. Erste Einblicke gibt es auch in das Leben des Kinderstars und wie sie es geschafft hat, nicht dort schon verheizt zu werden. Sofia Coppola und ihre Mutter halfen ihr dabei und hielten vieles von Kirsten Dunst fern. Das nächste Kapitel befasst sich mit ihrem Werdegang als Kinderstar. Schon als ganz kleines Mädchen wurde ihre Mutter Inez auf das Talent ihrer Tochter angesprochen. Mit drei Jahren brachte sie dann ihren Zögling zu einem ersten Vorsprechen. Als der Vertrag letztlich in der Tasche war, musste sie ihre Tochter jeden Tag nach der Schule nach Manhattan fahren. Hausaufgaben wurden auf der Rückbank erledigt. Kirsten Dunst sieht ihre Anfänge heute ganz pragmatisch „jedes Aufwachsen hat Vor- und Nachteile. Natürlich ist so eine Jugend nicht normal, aber alle meine Freundinnen haben mit irgendwelchen Problemen zu kämpfen, egal wie sie aufgewachsen sind“. Mit sieben Jahren zog sie dann mit ihrer Mutter nach L.A., weil sich Inez Dunst hier einfach bessere Chancen für ihre Tochter ausrechnete und sie in ihr mehr als nur ein Talent für Werbespots entdeckte. Was daraus folgte dürfte eine große Anzahl an Zuschauern seinerzeit im Kino gesehen haben. Kirsten Dunst spielte an der Seite von Brad Pitt und Tom Cruise in „Interview mit einem Vampir“ eine tragende Rolle. Viele Erlebnisse am Drehort und vom Dreh selber schildert Brandon Hurst hier. Wer schon immer erfahren wollte, was sie über einen Kuss mit Brad Pitt dachte, der wird es hier lesen können – aber Vorsicht, die Auflösung dürfte sicher nicht so ausfallen, wie sich dies die meisten Frauen dieser Welt ausmalen.
Überhaupt die Männer. Weiter drehte sie dann mit dem nächsten Traum aller Frauen – George Clooney. Mit ihm spielte sie in der Ärzteserie „Emergency Room“. Ebenso brachte ihr der gute George das Autofahren bei. Sie ist der Meinung, dass „er im wirklichen Leben mindestens so wunderbar ist, wie er auf dem Bildschirm rüberkommt“. Puh, liebe Damenwelt, wenigstens etwas. Weitere Drehs mit Hollywood-Größen sollten folgen, alles hier nachzulesen. Und man glaubt es aufgrund der geringen Seitenanzahl kaum – sogar recht ausführlich. Damit bietet diese Buch einen guten Einblick und Überblick über den Werdegang der ganz jungen Kirsten Dunst.
„Kirsten wird Erwachsen“ schildert dann die Jahre ab ihrem 18. Geburtstag. Hier erfährt der Leser, dass sie sich heute von ihrem recht freizügigen Coverfoto für die Maxim distanziert. Seinerzeit hat sie es in jugendlichem Leichtsinn zur Promotion für den Film „Girls United“ gemacht, heute würde sie von solchen Aktionen die Finger lassen. Hier kommt auch sehr deutlich ihre Einstellung zur Presse und zu Paparazzi-Fotos zur Geltung. Ebenso schildert Hurst, wie sie versuchte und es letztendlich auch schaffte das Image des unschuldigen Teenagers abzulegen. Letztendlich war immer alles auf den beruflichen Erfolg ausgelegt, aber bitte nicht darauf ein Starimage zu kreieren, was ein sehr sympathisches Bild der Schauspielerin nachzeichnet. Auch erfährt man sehr viel zu ihrer Einstellung Kollegen gegenüber und zu ihrem (distanzierten) Verhältnis zu diesen am Set. Gefühle bleiben aufgrund des Druckes in Hollywood meist auf der Strecke. Der öffentlichen Meinung entgegenwirken kann man da wohl auch nur schwer, egal wie sehr sie Gerüchte über eine Beziehung zu ihrem Filmpartner Tobey Maguire auch dementierte, diese hielten sich immer hartnäckig. Eine andere Sichtweise bietet nun diese unautorisierte Biographie. Ihre Haltung zu Marihuana wird sicherlich auch den ein oder anderen Leser verblüffen. Man nimmt ihr ihre liberale Haltung zu dem Thema trotzdem unbesehen ab, da sie einfach natürlich wirkt und dies hier auch sehr deutlich zum Vorschein kommt.
Das Kapitel Spider-Woman lässt einen zunächst einmal ausführlich an ihrer Rolle in den Spiderman-Filmen teilhaben. Ihr Aufstieg zu einem der Topstars der Filmbranche erlebt man quasi so sehr anschaulich noch mal mit. Fotos vom Set und Dreh setzen dies auch bildlich sehr gut in Szene. Auch ihre Rolle als „Marie Antoinette“ wird ausreichend gewürdigt und zeigt eine ganz andere Seite von Kirsten Dunst, sowohl als Schauspielerin, wie auch als Privatmensch. Eindringlich schildert das Buch ein weiteres Mal, wie sie sich in diese Rolle rein gefunden hat. Eine wahre Bilderflut unterstreichen das geschriebene Wort eindrucksvoll. Die letzten beiden Kapitel befassen sich dann mit den Schattenseiten des Ruhms und der Perspektive für die Zukunft. Als Leser ist man so mittendrin, statt nur dabei und erfährt, dass Hollywood nicht nur eine rosarote Seifenblase ist, sondern dass es auch sehr viele negative Aspekte, die dieses Geschäft wohl mitbringt, zu meistern und zu umschiffen gilt. Die Zukunft der Schauspielerin Kirsten Dunst hingegen könnte rosiger wohl nicht aussehen.
Fazit: Brandon Hurst erzählt hier das Leben der Kirsten Dunst und wie sie es geschafft hat in den Filmolymp aufzusteigen sehr anschaulich. Ebenso werden sehr viele private Details preisgegeben, so z.B. über ihre Beziehung zum Schauspieler Jake Gyllenhaal oder Razorlight Sänger Johnny Borrell. Sämtliche Stationen ihrer umfangreichen Karriere kommen zur Sprache. Als Leser erhält man einen erstaunlich umfangreichen Einblick in den Kosmos der Kirsten Dunst. Zusätzlich gewährt dieses Buch einen Blick hinter die Kulissen und gibt zum Teil sehr viele Details der Traumfabrik Hollywood preis. Brandon Hurst ist es ein weiteres Mal gelungen umfangreiche Details zusammenzutragen und zu einer kurzweiligen Biographie zu verfassen. Wer sich für die Schauspielerin und für den Menschen Kirsten Dunst interessiert wird hier fürs Erste bestens bedient werden. Die ultimative Biographie gibt es sicher ein anderes Mal, bis dahin bietet dieses Buch einen mehr als guten Ersatz!
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OMG … braucht man jetzt schon ne Biographie mit 25 Jahren…glube nicht, dass ich sowas gerade von Kirsten Dunst lesen muss…Katze
Comment by Katze — December 21, 2007 @ 7:26 pm