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Keri Hilson: In A Perfect World…
(Universal)


Autor: schlimm / Wertung: 6,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Mit Keri Hilson soll bald ein neuer Stern am R&B-Himmel leuchten. Timbaland hat mal wieder ein neues Pferd im Stall und unter seine Fittiche genommen. Die gute Keri ist allerdings schon lange kein Neuling mehr in dem immer größer werdenden Haifischbecken. Bisher stand sie allerdings nicht in vorderster Reihe, sondern hat ihren berühmten Kolleginnen schon tatkräftig als Produzentin, Songwriterin und Gastsängerin unter die Arme gegriffen. Ähnlich wie Timbaland hat sie schon mit allen von Rang und Namen gearbeitet. Sie schrieb sogar den ein oder anderen ganz großen Wurf und Britney Spears, Ciara, NAS oder Usher werden sicher jedes Jahr eine Weihnachtskarte an ihre Adresse schicken, so dankbar müssen sie Keri Hilson sein.

Warum für andere arbeiten, wenn man es dann auch gleich unter eigenem Namen veröffentlichen kann? Das wird sie sich auch gedacht haben und nach einigen Komplikationen und Albumverschiebungen steht mit „I A Perfet World…“ nun endlich ihr Debütalbum in den Startlöchern die Welt zu erobern.
Die Black-Music-Charts wird sie mit dem Album ganz sicher aufmischen. Die Produktion ist natürlich auch auf der Höhe der Zeit und Timbaland und POLOW dA dON haben das gemacht, was man von ihnen erwarten konnte. Trotzdem ist die Scheibe eine kleine Enttäuschung, da konnte man doch etwas mehr erwarten. Klar, Genrefans kommen hier mal wieder voll und ganz auf ihre Kosten. Trotzdem macht sich zum Teil eine gepflegte Langeweile breit. Ecken und Kanten muss man gar nicht erst suchen, denn da wird man nichts finden. Vieles plätschert einfach so dahin oder rast wie ein D-Zug an einem vorbei und zwar ohne, dass überhaupt irgendwas hängen bleibt. Songwriting von der Stange und für die breite Masse. Willkommen im Mainstream!
Vielleicht wären ein paar Tracks weniger der Schlüssel für ein innovatives und spannendes Album geworden. Die eine oder andere Nummer kommt nämlich doch aus dem Quark und lässt eine gewisse Eigenständigkeit aufblitzen. „Turnin´ Me On“ ist mit Hilfe von Lil Wayne eine dieser Ausnahmen. Die beiden ergänzen sich wirklich perfekt und so klingt die ganze Geschichte doch recht abwechslungsreich. Auch „Get Your Money Up“ kann mit einigen netten Spielereien punkten, bevor „Return To Favor“ die Handschrift von Timbaland deutlich erkennen lässt – macht aber trotzdem eine ganz gute Figur. Danach fängt das Dilemma an. „Knock You Down“ ist mit Kanye West und Ne-Yo zwar noch ganz nett, aber mehr auch nicht und der Rest dann doch ziemlich uninspiriert und austauschbar. Klar, „Slow Dance“ ist eine schöne Nummer im Midtempobereich, aber mal ehrlich, davon gibt es wesentlich bessere. Hängen bleibt da nicht viel, da kann sich Keri Hilson gesanglich noch so sehr ins Zeug legen. Erst „Change Me“ hat Dank der Hilfe von Akon wieder etwas mehr im Kreativbereich zu bieten.
Fazit: Keri Hilson hat mit „In A Perfect Wolrd…“ ein solides Debütalbum aufgenommen, welches allerdings auch meilenweit davon entfernt ist, aus der breiten Masse herauszuragen. Natürlich hat die Scheibe ein paar Momente, die aufhorchen lassen – mehr aber auch nicht. Fans des Genres werden sicher Freude an dem Album haben, aber nachhaltig ins Gedächtnis brennen wird sich das Werk nicht.

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