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Kellner: This Ocean Life
(Südpolrecords)


Autor: schlimm / Wertung: 7 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Den 24-jährigen Mathias Kellner dürfte nur den wenigsten Leuten ein Begriff sein. Wer Katie Melua auf ihrer Tour im Jahre 2008 gesehen hat, der kam im Vorprogramm höchstwahrscheinlich auch in den Genuss eben jenen Mathias Kellner erleben zu dürfen. Der gute Mann hatte allerdings noch gar kein Album am Start. Machte nichts, verkaufte er eben seine Demo-CDs. Mit „This Ocean Life“ kommt nun sein Debüt-Album in die Läden.

Ob die zwölf Songs allerdings dafür sorgen werden, dass Mathias Kellner demnächst im deutschsprachigen Raum bekannt wie der sprichwörtlich bunte Hund wird, bleibt abzuwarten. Bevor Missverständnisse auftreten: „This Ocean Life“ ist keineswegs schlecht! Nein, was Kellner da macht hat Hand und Fuß. Insgesamt wirken die Songs aber ein bisschen unscheinbar und – man muss es so sagen – sehr nett und dies ist bitte ausdrücklich positiv zu verstehen.

Kellner hat die Eigenschaft Sympathie zu vertonen. Ohne, dass man den Mann je gesehen oder kennen gelernt hat, weiß man als Zuhörer, dass er einfach ein netter Zeitgenosse sein muss. Wer derartige Musik aufnimmt, der kann einfach nur durch und durch sympathisch sein. Wer sich jetzt fragt, welche Art von Musik Kellner denn nun macht, dem kann geholfen werden: Singer/Songwriter und Folk.

Manchmal erinnert seine Stimme sogar ein bisschen an Adam Duritz von den Counting Crows. Der Albumeinstieg „Murder Of Crows“ macht es dem Zuhörer sehr einfach, man fühlt sich direkt heimisch – schönster Folkpop. „Bees In My Head“ legt sogar noch eine Schüppe drauf und kommt auch mal elektrisch daher, auch wenn dies eher angedeutet wird. Mit einer rauen und fast rotzigen Art trägt er anschließend „Rich Man“ vor und bewegt sich in Americana-Gefilden. Danach wird es aber wieder ruhiger und Stücke wie „See The Light“, „Carry On“ oder „Oh Why“ kommen recht gefällig aus den Boxen. Das Tempo variiert allerdings nur wenig. Jeder Song für sich gesehen ist mit Sicherheit ein Höhepunkt, in dieser Abfolge allerdings auch etwas langatmig. Das luftigleichte und großartige „Children´s Birthday Party“ schafft es aber, den Spannungsbogen wieder aufzubauen. Irgendwie erinnert die Nummer an Travis. Der letzte Song der Scheibe „Ballad Of A Poor Man“ schafft es dann sogar noch mal den Zuhörer aus der Lethargie zu holen. Dieses rein akustische Kleinod könnte auch von Eddie Vedder sein. Sicher nicht die schlechteste Referenz und die Vergleiche verdeutlichen, dass Mathias Kellner eine Menge Potenzial hat.

Fazit: Wer bei „This Ocean Life“ langen Atem beweist, der könnte unter den zwölf Songs die ein oder andere Perle für sich entdecken. Singer/Songwriter und Folk-Pop aus deutschen Landen, der sich auch hören lassen kann. Mal ehrlich, welcher Künstler hat denn schon mit dem Debütalbum sein ultimatives Meisterwerk aufgenommen. Halten wir fest: die Scheibe hat richtig gute Moment und da ist für die Zukunft auch noch genug Luft nach oben.

http://kellner-music.de
http://www.myspace.com/kellnerstrawberry

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