„Wieder einmal tritt Keith Emerson gegen sein eigenes musikalisches Erbe an!” ist man versucht zu titeln und es träfe sicherlich des Pudels Kern. In den 70ern mit Emerson, Lake & Palmer ein Komet am Prog Rock Himmel kam keines der Bandmitglieder nach dem Absturz in die Belanglosigkeit wieder so wirklich in Tritt.
Anno 2008 scheint zumindest Keith Emerson den Fluch der Vergangenheit endlich abstreifen zu können, denn mit Gitarrist und Sänger Marc Bonilla an seiner Seite präsentiert sich die Keith Emerson Band mit selbstbetiteltem Album wirklich von ihrer Schokoladenseite. Weggeblasen ist der Staub der musikalischen Antike und mit frischem Schwung und viel Elan wird hier wieder ordentlich in die Tasten gehauen. Keith Emerson steht immer noch für exzellenten Art und Progrock, verzichtet aber zum Glück komplett auf jeglichen überbordenden Pompös-Tand und kommt auch von den Spielzeiten seiner Titel inzwischen deutlich schneller auf den Punkt, ohne sich in all zu nervigem, stundenlangen Solo-Gewichse zu ergehen. Das bedeutet nicht, dass hier einfachste oder gar einfache Nummern schnell und lieblos runtergezockt werden, vielmehr verstehen es Emerson und Bonilla technischen Anspruch musikalisch einfach kerniger als sonst zu verpacken, was beim Hörer auf jeden Fall einerseits für eine Menge Kurzweil sorgt, diesen andererseits aber auch nach mehreren Durchläufen immer noch kleine musiktechnische Schmankerl entdecken lässt.
Fazit: Man mag es fast gar nicht glauben, aber was die Keith Emerson Band hier in insgesamt neunzehn Songs aus den Boxen drückt, dürfte enlich wieder den Ansprüchen gerecht werden, die ein Keith Emerson an sich selbst stellen sollte. Fans der alten ELP-Zeiten stellen zumindest auf jeden Fall genau diese Ansprüche und dürften diese hier endlich wieder einmal erfüllt sehen. 9 Punkte!
Homepage www.keithemerson.com