Kardinal wer? Ausgemachte HipHop-Experten ist der Kardinal Offishall sicher ein Begriff, aber ansonsten dürfte sein musikalisches Schaffen nicht bis zu uns durchgedrungen sein. Mit „Not 4 Sale“ kommt nun allerdings schon sein viertes Album in die Läden, sein erstes, welches nun weltweit veröffentlicht wird. Wenn man seinem Mentor Akon Glauben schenken darf, dann war die Nachfrage so groß, dass man gar nicht anders konnte als „Not 4 Sale“ nun überall in die Läden zu bringen.
Einen ersten Vorboten gab es dann auch mit der Single „Dangerous“, wo dann auch Akon als Gast dabei ist. Der Refrain hat schon Ohrwurmqualitäten zu bieten und insgesamt wird hier eine schöne Sommeratmosphäre verbreitet. Auch sonst geizt das Album nicht mit Gästen. Bei unglaublichen neun von fünfzehn Tracks holt sich Kardinal Offishall Unterstützung von den Kollegen! Das ist auch mal eine Hausmarke und das will erstmal getoppt werden.
Fünfzehn Songs sind leider insgesamt auch zu viel des Guten für die Scheibe. Hier wäre Weniger mal wieder eindeutig mehr gewesen. Bisweilen kann die Scheibe nämlich ordentlich Punkte auf dem Konto für innovativen und zeitgemäßen HipHop machen. Nach dem fürchterlichen Dancehallauftakt mit „Burnt“ haut der gute Kardinal mit „Set If Off“ ordentlich einen raus und auf die sprichwörtliche Kacke. The Clipse veredeln diese Nummer noch zusätzlich und zeigen deutlich wo der Frosch die Locken hat. Auch „Gimme Some“ wird Genrefreunde erfreuen. Der Track, den Offishall zusammen mit The Dream aufgenommen hat, kann auf der nach oben bei zwölf endenden Skala deutlich an Punkten sammeln.
Ganz fürchterlich hingegen ist „Numba 1 (Tide Is High)“. Der Song baut auf einem Sample des Hits von The Paragons, den auch schon Blondie gecovert hatten. Den Refrain darf hier Rihanna trällern, die momentan für derartige Beiträge wohl gerne gebucht wird. Dass es Kardinal Offishall aber auch gänzlich ohne fremde Hilfe drauf hat, beweist er mit dem schönen Reggae-Stück „Nina“. Sehr gelungen und dies zeigt auch die Bandbreite, die der Kanadier drauf hat. Die Heizung ist mittlerweile an und trotzdem schallt aus den Boxen der pure Sommer. Mit „Due Me A Favour“ setzt der Kardinal mit Hilfe von Estelle zum Schluss noch mal ein dickes Ausrufezeichen, bevor „Lighter!“ die Scheibe dann endgültig abschließt.
Fazit: Unter dem Strich ist „Not 4 Sale“ sicherlich kein schlechtes Album, krankt allerdings auch ein bisschen an zu vielen Songs. Sollte es Kardinal Offishall in der Zukunft mal schaffen, sein Material mehr zu selektieren und nur die wirklich guten bis Knallersongs auf einem Album unterzubringen, dann dürften ihm mit seiner musikalischen Mischung, die so wirklich einzigartig erscheint, alle Türen für die ganz Großen offenstehen!
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