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Kamera: Ressurection

(Ultrachrome/Rough Trade)

Autor: schlimm / Wertung: 5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher 10 Kommentare

Kamera RessurectionDas Album „Ressurection“ von Kamera aus Stockholm ist eigentlich sehr schnell beschrieben. Hier werden die 80er komplett durch den Fleischwolf gedreht und fertig ist eine Platte im Hier und Jetzt. Leider muss man auch sagen, dass sämtliche Zutaten, die in diesem kunterbunten Jahrzehnt schon schlecht waren über die Jahre nun auch nicht gerade besser geworden sind. Das meiste in den 80ern war einfach musikalischer Mist, auch wenn es mittlerweile ja fast wieder als schick gilt Musik dieser Zeit gut zu finden.

Wunderbar funktioniert die Mixtur, wenn wie beim ersten Song „Lies“ The Cure Pate gestanden haben. „Borderline“ geht auch noch in Ordnung, auch wenn da schon die schlimmen Seiten durchblitzen. „TV Lights“ ist dann schon grottig und klingt wie eine schlechte Coverversion von „Shattered Dreams“ von Johnny Hates Jazz. Etwas besser wird es dann wieder bei „Love Surrounds Us“. Aber mal ehrlich, warum sollte man sich so was geben, wenn man mit New Order die wesentlich bessere Wahl hätte? Eben. In dieser Manier geht es dann weiter und auch nach dem 20igsten Durchgang wird die Scheibe nicht besser. Lediglich „I Was Made For You“ ist ein Beispiel für einen besseren Song, der auch sehr gut in die heutige Musiklandschaft passt. Warum gibt es nicht mehr von der Sorte? Bleibt zu hoffen, dass Depeche Mode „I´m gonna be your lover“ nie zu hören bekommen, so dreist hat noch keiner bei denen geklaut.

Fazit: Die Schweden sind sicher alles nette Jungs und schön, dass sie ein Vorliebe für die 80er Jahre haben, aber konnten sie die Welt nicht mit ihrer Interpretation dieses Jahrzehnts verschonen? Gesanglich geht das hier durchaus in Ordnung, die musikalische Umsetzung ist auch nett, aber das Songwriting geht mal gar nicht. „Lies“ reißt hier noch einiges und es gibt sicher Hörer, die der musikalischen Ausrichtung positiv gegenüberstehen, die können ja mal den zaghaften Versuch machen und die Scheibe antesten. 5 Punkte

10 Comments »

  1. Ganz unabhängig davon, ob die hier rezensierte CD gut oder schlecht gefunden wird, gehört eine pauschalisierende und unqualifizierte Aussage “das meiste in den 80ern war einfach musikalischer Mist” nun wirklich nicht in ein Magazin, das sich mit Musik beschäftigt. Gibt es hier keinen der gegenliest?

    Comment by So nicht! — February 28, 2007 @ 4:04 pm

  2. Musikgeschmack ist eben immer noch subjektiv. Wenn Torsten das meiste in den 80ern schlecht fand, dann ist das seine individuelle Meinung. Er verbietet ja keinem, die Mucke der 80er cool zu finden.
    Warum also sollte ich hier Zensur ausüben, Herr ‘So nicht!’? Denn Zensur ist es doch wohl, das du von uns mit der Frage, ob hier keiner die Artikel (von wohl gemerkt erwachsenen, eigenverantwortlichen Männern und Frauen) gegenliest, forderst, oder?
    Danke für dein Feedback und freundliche Grüße

    Katze

    Comment by Katze — February 28, 2007 @ 7:18 pm

  3. Mal ganz abgesehen davon: die 80er waren ja nun wirklich Mist!!!

    Comment by JK — March 1, 2007 @ 2:56 pm

  4. Das hat mit Zensur nun wirklich nichts zu tun. Anscheinend hat bei Euch noch niemand bei einer anderen Zeitung bzw. in einem Verlag gearbeitet. Auch als Online-Magazin hat man nämlich nicht nur Rechte (Pressefreiheit), sondern auch die journalistische Sorgfaltspflicht. So heisst es zum Beispiel im Pressekodex: “Ein Mindestmaß kritischer Distanz zum Thema (und der eigenen Rolle) ist auch bei sogenannten Herzblut-Themen geboten”. Dass es sich um die persönliche Meinung des Autors handelt geht aus dem Text zudem gar nicht hervor (dies ergibt sich übrigens auch NICHT automatisch daraus, dass jeder Artikel einen Autor hat) und sollte dann auch explizit als eigene Meinung herausgestellt werden. Es gibt dazu auch ganz tolle Redewendungen, wie “meiner Meinung nach” oder “aus meiner Sicht” …

    Comment by So nicht! — March 1, 2007 @ 3:07 pm

  5. Welche persönliche Beziehung hast Du denn zu den 80ern, dass Dich diese Aussage so empört? Oder geht es Dir hier schlichtweg um Prinzipien? Wärst Du auch auf die Barrikaden gegangen, wenn in dem Artikel gestanden hätte “Die 80er waren eine fantastische Zeit”?

    Übrigens pauschalisiert Du in Deiner Antwort selber. Du unterstellst uns, dass hier noch niemand in einem Verlag bzw. bei einer Zeitung gearbeitet hat. Dem ist nicht so.
    Das jetzige Magazin ist aber als Blog zu sehen - und da darf jeder seine Meinung (bis zu einem gewissen Grad selbstverständlich) frei äußern.

    Ich persönlich fand die 80er toll. Auch musikalisch. Habe heute noch alte Talk Talk Videos geschaut. Und wenn wir den 80ern etwas verdanken, dann sicherlich diese großartige Band, die leider ihr Wirken in den 90ern eingestellt hat. Außerdem waren Maiden in den 80ern noch hörenswert. Und es kam noch Formel Eins, statt Klingeltoncharts. :-)

    Comment by DJ — March 1, 2007 @ 8:10 pm

  6. Ich pauschalisiere nicht, denn “Anscheinend” drückt die Vermutung aus, dass etwas so ist, wie es zu sein scheint. Ich habe nicht gesagt, dass es so ist.

    Meine Intention? Eigentlich habe ich das doch im ersten Beitrag bereits gesagt, aber ich kann es gerne nochmal sagen: Eine pauschalisierende und unqualifizierte Aussage “das meiste in den 80ern war einfach musikalischer Mist” gehört nun wirklich nicht in ein Magazin, dass sich mit Musik beschäftigt. Das ist einfach sehr schlechter Stil. Wenn man so etwas schreibt, sollte man das auch begründen. Als Begründung gilt durchaus auch der eigene Geschmack, also z.B.:”Das meiste in den 80ern war meiner Ansicht nach …”. Sicherlich ist die Rezension, als journalistische Form grundsätzlich immer stark subjektiv gefärbt. Vielleicht sollten dann hier die Autoren auch deutlicher im Vordergrund stehen, als dies hier im Moment (Autor: TS) der Fall ist?

    Comment by So nicht! — March 1, 2007 @ 9:26 pm

  7. Ich glaube nicht, dass Du mit dem ‘Anscheinend’ eine Vermutung ausgedrückt hast. Der Satz muss im Kontext betrachtet werden. Aber es ist zu mühselig, sich hier einer solchen Erbsenzählerei hinzugeben.

    Deine Intention bleibt mir hingegen weiterhin fremd, den schlechten Stil hingegen dürftest Du damit in den meisten Online Magazinen finden.

    Dennoch vielen Dank für Deine Kritik. Wir werden sie an den Autor weiterleiten. Selbstverständlich bleibt es ihm in diesem Fall aber selbst überlassen, ob er den Artikel dahingehend abändert.

    Comment by DJ — March 1, 2007 @ 9:55 pm

  8. Witzige Diskussion. Lektorat wird gleich als Zensur bezeichnet. Schlechte Ausrede. Wieso fragt eigentlich niemand nach der Intention des Autors? Dass man die oben kritisierte Aussage nicht so stehen lassen kann, scheint ja auch in der Redaktion (DJ) angekommen.

    Comment by Olli — March 2, 2007 @ 9:43 am

  9. Warum sollte hier ein Lektorat stattfinden? Es ist und bleibt eindeutig die Meinung des Autors. Und die darf er in diesem Zusammenhang äußern. Auch nach dieser Diskussion wird die Aussage oben von uns nicht geändert. Dies bleibt einzig dem Autor überlassen, wenn er Missverständnisse aus dem Weg räumen will. Mir vollkommen unverständlich, wie man sich an einem solchen Satz so aufhängen kann.

    Comment by DJ — March 2, 2007 @ 10:35 am

  10. Ich muss auch dazu sagen, dass es wirklich bitter wäre, wenn nun bei jedem Satz ein ‘Ich meine…’, ‘Ich denke…’, ‘Ich höre hier…’ stehen würde. Wie unleserlich. Von einem mündigen Menschen darf wohl erwartet werden, dass er erkennt, dass dieser Artikel die Meinung des Autors darstellt. So ist es auch im Impressum verankert. Und wer nach Lesen des Beitrags plötzlich eine andere Meinung über die 80er als seine eigene erhalten hat, dem kann wirklich nicht mehr geholfen werden. Für mich wäre die Diskussion damit auch beendet.

    Comment by DJ — March 2, 2007 @ 10:51 am

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