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Julian Dawson: Deep Rain

(Blue Rose)

Autor: schlimm / Wertung: 8,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher 1 Kommentar

Wenn eine Scheibe bei Blue Rose erscheint, weiß man im Prinzip schon, was einen erwartet. Irgendwie ist das Label eine wohltuende und Ruhe ausstrahlende Oase. In diesen hektischen Zeiten des Musikgeschäfts, wo der Trend von gestern schon zu den Akten gelegt wurde und schon nach dem neuesten Schrei von morgen gehechelt wird, überzeugen die Alben, die bei Blue Rose erscheinen schlicht und ergreifend immer durch und mit Qualität. Nein, das Rad wird dort nicht neu erfunden und die Musik schon gar nicht und trotzdem steht Blue Rose mit all seinen vorzüglichen Künstlern in diesem stürmischen Geschäft wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung.

Das musste auch einfach mal gesagt werden. Wer sich fragt, was das alles mit Julian Dawson zu tun hat, der sollte einfach mal gucken unter welchem Banner sein neues Album „Deep Rain“ erscheint. Der englische Singer- und Songwriter hat im März in Nashville mit den Aufnahmen begonnen und in den folgenden Monaten nicht nur an den Songs gearbeitet, sondern sich gleich auch noch mit dem Coverartwork und der Produktion beschäftigt.

Beweisen muss der Mittfünfziger keinem mehr was, in seiner über 30-jährigen Karriere hat er mit so unterschiedlichen Künstlern wie Can, BAP, Byrds Charlie Louvin, Nicky Hopkins und und und gearbeitet. Trotzdem schüttelt er scheinbar lässig und leicht mit „Deep Rain“ ein Kleinod aus dem Ärmel, welches wie ein gut gereifter Wein schmeckt und die Ohren umschmeichelt. Die Songs strahlen eine Wärme aus, die auch dem Umstand geschuldet sein dürfte, dass mit den Instrumenten die jeweiligen Songs zusammen und komplett eingespielt wurden. Der Gesang von Julian Dawson ist ebenfalls live eingesungen worden. In Zeiten des ganze Computer-Firlefanz eine sehr schöne Alternative und endlich mal wieder ein Album, welches den Ursprung von Musik – das Musizieren – nicht in den Hintergrund drängt. Mitgeschnitten wurde die ganze Chose auf ein 16-Spur Band.

Aufgenommen hat Dawson ein amerikanisches Album. Country, Folk,  Roots-Rock und Singer/Songwriter-Elemente ergeben eine gute und geölte Mischung in guter alter Americana-Tradition. Beeindruckend ist, wie immer, das Mundharmonikaspiel von Dawson. Auch seine stimmlichen Qualitäten sind herausragend und er hört sich fast an wie ein Jungspund. Ebenso schaffen er und seine Band es den Zuhörer mit auf eine Reise zu nehmen. Mal wähnt man sich auf den staubtrockenen Straßen auf einem einsamen Highway, dann sieht man sich wiederum um ein Lagerfeuer sitzen oder hat einen guten alten Saloon vor dem geistigen Auge. Insgesamt wirken die zwölf Nummern in sich sehr geschlossen und geben ein ungemein homogenes Bild ab. Herausragen tut dabei kein Song, weil eben alles so wunderbar ist - das Kollektiv ist entscheidend! Als Anspieltipps sind neben dem Titeltrack noch „Keys To The Kingdom Of Love“, Walking On The Dead“ und „I´m Coming Home (Sweet Home)“ genannt.

Fazit: Julian Dawson ist mit „Deep Rain“ ein kleines und feines Album abseits der breiten Masse gelungen. Ein Album für Puristen und Musikliebhaber. Unaufgeregt und authentisch strahlt die Scheibe eine unglaubliche Wärme aus, die bei vielen Produktionen heutzutage nicht mehr alltäglich ist.

http://www.juliandawson.com

 

 

1 Comment »

  1. Hallo,
    bin zufällig auf die Kritik gestoßen und ich muss sagen , der Beitrag gefällt mir. Ehrliche Worte ohne viel Schnickschnack.Da muss man einfach die CD kaufen

    Comment by Hubert — August 30, 2008 @ 3:31 pm

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