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Joy Division: The Best Of Tipp

(Rhino/Warner)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Joy Division erfreuen sich wieder größter Beliebtheit und stoßen auch bei einem jungen Publikum auf reges Interesse. Nicht nur die Original Alben wurden, angereichert mit raren Tracks, erneut veröffentlicht, sondern auch oder besser gerade der Film „Control“ von Anton Corbijn sorgten für diese Renaissance. Bands wie Interpol, Editors oder The Killers machten bisher auch keinen Hehl daraus, wo sie ihre musikalischen Wurzeln haben. Logisch, dass eine „Best Of“ CD eilig nachgeschoben werden musste. Die Zusammenstellung „Substance 1977-1980“ gibt es zwar schon, ist aber etwas anders geartet. Diese Scheibe enthält die Singles der Band sowie all die raren Tracks, die damals auf diversen Samplern veröffentlicht wurden.

Über Sinn und Unsinn einer derartigen Zusammenstellung lässt sich natürlich immer trefflich streiten. Sowieso, wenn eine Band nicht gerade einen üppigen Backkatalog im Rücken hat. Joy Division sind so ein Fall. Sie galten als der heißeste Tipp der britischen Postpunk-Szene, aber kurz vor ihrem internationalen Durchbruch setzte der tragische Freitod ihres Sängers Ian Curtis ihren großen Plänen ein abruptes Ende. „Unknown Pleasures“ und „Closer“ heißen die zwei Alben, die zu Lebzeiten Curtis´ entstanden sind. „Still“ wurde dann noch ein knappes Jahr nach Curtis Tod veröffentlicht. Reicht das für eine Best Of? Offensichtlich schon.

Die ganze Kiste ist bei näherer Betrachtung sogar ein äußerst gelungene Geschichte geworden. Die Doppel-CD hat nämlich in der Tat einiges zu bieten. Da wären natürlich die Songs, die den Mythos Joy Division begründet haben. Von „Digital“ über „Disorder“, „Transmission“, „Dead Souls“ dem bekannten Überhit „Love Will Tear Us Apart“ bis hin zu „Isolation“ ist hier alles vertreten. Zur Fundgrube und lohnenden Anschaffung wertet CD zwei diese „Best Of“ noch mal enorm auf. Zweimal wurden Joy Division zu den legendären John Peel Sessions eingeladen, am 31. Januar und am 26. November 1979. Davon liegen hier insgesamt acht Tracks vor. Die Qualität ist bestechend, zudem hört man sehr gut, was den Sound von Joy Division ausmachte. Die spärlichen Gitarrenparts, das monotone Bass- und Schlagzeugspiel und diese markante Stimme sind einmalig und kommen hier voll und ganz zur Geltung. Ebenso sind mit „Transmission“ und „She´s Lost Control“ zwei Aufnahmen aus der legendären TV-Show Something Else enthalten. Ein Interview von Richard Skinner mit Ian Curtis und Stephen Morris runden die Geschichte ab.

Fazit: Besonders CD zwei hebt diese „Best Of“ aus dem üblichen Brei ähnlicher Veröffentlichung deutlich ab. Neueinsteiger bekommen direkt mal ein paar nette Schmankerl geboten und selbst Fans erhalten so noch ein paar unverzichtbare Tondokumente in bester Qualität. Die einzelnen Songs auf CD eins sind sowieso über jeden Zweifel erhaben und sollten in keiner anständigen Musiksammlung fehlen!

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