Zwar macht der Norweger Jorn Lande schon seit einigen Jahren in verschiedensten Bands und auch Solo sehr geile Musik und dementsprechend auch Alben, aber vielen dürfte der Herr mit der rauen Stimmgewalt erst mit Masterplan so richtig ins Hör- und Blickfeld gerückt sein.
Nun hat sich der Meister bei Masterplan gerade verabschiedet, möchte aber verständlicherweise aus seinem momentanen Bekanntheitsgrad mit Schwung in seine weitere Karriere starten. Was liegt da nun näher, als erst einmal anständig auf seine musikalische Vergangenheit aufmerksam zu machen und eine Best-of-Scheibe zu veröffentlichen. Diese Taktik ist in aller Regel eine einfache und leicht umzusetzende solche mit relativ großen Erfolgsaussichten bei minimalem finanziellem Aufwand. Aber einfach ein paar alte Nummern auf einen Silberling zu pressen ist für jemanden wie Jorn erfreulicherweise nicht ansprechend genug und so wurde erstens für diese Compilation eine wirklich erlesene Setlist zusammengestellt und zweitens darf man sich auch als treuer Jorn-Sammler genauso über diese Veröffentlichung freuen wie ein Jorn Frischling, denn der Herr ließ es sich nicht nehmen, die ein oder andere Nummer noch einmal neu einzusingen. Das bedeutet konkret, dass nun einige Songs mit aufgepeppten Arrangements und vor allem mit frischerem und kräftigeren Sound daher kommen. Erstaunlich bzw. überraschend finde ich, dass sich hier nicht nur Titel von Jorn’s Solo-Alben tummeln, sondern dass er auch diverse Nummern aus seiner Zeit mit Bands wie beispielsweise The Snakes, Millenium und Ark präsentiert. Das verbreitert den Überblick über sein bisheriges Schaffen doch enorm und reichert ihn um einige interessante Noten an.
Fazit: Wie eigentlich immer bei Best-of-Alben so gilt auch bei Jorn’s „The Gathering“, diese Platte ist ein nettes Werk für Einsteiger. Wer schon alles von dem Herrn im heimischen Plattenregal stehen hat, findet hier wie erwähnt einige nette neue Arrangements bekannter Titel, muss aber nicht zwingend zugreifen und kann das Geld auch alternativ vielleicht besser in Jorn’s „Unlocking the Past“ investieren, das parallel zu dieser Platte erscheinende Cover und B-Seiten Material des Norwegers.