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Jonathan Inc.: Things Done And Left Undone
(Arctic Rodeo Recordings / Al!ve)


Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Da soll mir jetzt keiner mehr kommen, dass die großen Plattenfirmen die Musik kaputt machen und die kleinen dabei auf der Strecke bleiben. Ein unbeugsames, kleines Label bietet den Etablierten nun die Stirn. Wem Arctic Rodeo Recordings jetzt (noch) nichts sagt, der sollte in Zukunft Augen und Ohren offen halten, nicht dass sonst die ein oder andere Perle unentdeckt bleibt. Jonathan Inc. dürften das selbe Schicksal teilen und bei uns noch recht unbekannt sein, selbst in den obligatorischen Fachkreisen. Eine Zusammenarbeit lag da ja fast schon auf der Hand und so gibt es nun mit „Things Done And Left Undone“ ein Jonathan Inc. Album im Katalog von Arctic Rodeo Recordings.

Die Band stammt aus Vancouver und hat sich für ihren neuesten Longplayer eine etwas längere Aufnahmezeit gegönnt. Über mehrere Etappen in einem Zeitraum von vierzehn Monaten und an verschiedenen Orten wurde die Scheibe aufgenommen. Dabei gaben sich allerlei befreundete Musiker die Studiotür in die Hand und lieferten ihren Beitrag für das Album ab. Die eigentliche Bandbesetzung besteht aus Jonathan Anderson (Gitarre, Gesang), Michelle Grunert (Moog, Wurlitzer und Harmoniegesang), Jon Brotherton (Bass) und Glenn D´Cruze (Schlagzeug). Auf den Silberling haben es letztlich nun neun Songs geschafft, was eine Nettospielzeit von 42:22 Minuten ergibt.

Auf „Things Done And Left Undone“ regiert die Ruhe. Fast könnte man schon von sanfter Schönheit sprechen. Die Tracks sind hier auf dem großen und weitläufigen Feld des Folk angesiedelt, versehen mit Country, Rock und Americana. Verfeinert wird die ganze Geschichte dann durch den wunderschöne Backround- und Harmoniegesang von Michelle Grunert. Schon der Auftakttrack „Reading Between The Lines Of An Empty Page“ überzeugt auf diese Art und Weise. Bei „Cat Burglar“ kommt noch ein ordentlicher Schuss Melancholie hinzu, gerade sehr passend zum Regen, der an die Fenster prasselt. Eine etwas rockigere Schiene gibt es dann mit „Lights Go Down“. Auch dieses Gewand passt Jonathan Inc., auch wenn sie hier natürlich meilenweit entfernt davon sind, die Zügel schleifen zu lassen. „Relentless“ ist ein Beispiel dafür, wie man es schafft einen wunderschönen Song zu kreieren, ohne dabei in Schmalz oder Kitsch abzudriften. So soll es sein! Mit „Unbroken Silence“ gibt es sogar erneut rockige Klänge zu vernehmen. „One Year“ plätschert anfänglich etwas ziellos dahin, wird aber nach 1:30 Minuten etwas besser, nachdem das Tempo noch mal angezogen wurde. Unspektakulär geht es dann mit „Never Tell“ weiter. „There Is No Sound“ und „Bitter Seed“ lassen die Scheibe dann noch mal mit wunderschönen Melodien ausklingen. Wow.

Fazit: „Things Done And Left Undone“ braucht sicher ein paar Durchläufe, aber dann wird man die Platte in sein Herz schließen. Ein Album, welches man aber nicht nur so nebenbei hören kann. Am besten den Kopfhörer aufziehen, Decke hochziehen, die Augen schließen und genießen. Auch wenn die zweite Albumhälfte gegenüber der ersten etwas abfällt kommt unter dem Strich immer noch ein Werk raus, was andere Künstler seit Jahren vergeblich versuchen auf die Reihe zu kriegen. Vielleicht sollte Chris Martin hier mal genauer reinhören, dann klappt es auch wieder mit dem nächsten Coldplay Album.

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