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Jimi Hendrix Experience: Electric Ladyland (CD + DVD) Tipp
(Sony Music)


Autor: schlimm / Wertung: 12 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Auch “Electric Ladyland” kommt zu neuen Ehren und wird im Rahmen der Legacy-Reihe von Sony Music neu aufgelegt. Die hervorragende Optik und Aufmachung rechtfertigt schon alleine eine Neuanschaffung der Scheibe – sofern man selbige schon im heimischen Regal stehen hat. Wer dieses Stück Musikgeschichte noch nicht sein eigen nennen darf, bekommt nun genug Argumente geliefert mit diesem feinen Teil die Sammlung zu vervollständigen.

Das dicke und aufklappbare Digipack dürfte keine Wünsche mehr offen lassen. Das Booklet ist sehr informativ und hält neben vielen Fotos, Liner-Notes auch ein alternatives Foto der UK-Electric Ladyland Cover-Session bereit. Der beiliegenden DVD dürfte besonders viel Aufmerksamkeit zu Teil werden. Die Dokumentation ist zwar recht kurz ausgefallen und die wenigen Bilder von Jimi Hendrix dürften bekannt sein und trotzdem macht es Spaß sich diesen Film anzugucken. Hier erfährt man als Fan und Zuschauer doch einiges über den Arbeitsprozess und wie die Band zur damaligen Zeit funktioniert hat, Jimi Hendrix sich zu einem regelrechten Session- und Jamtier entwickelt hatte und gut und gerne bis zu 40 Takes eines Songs aufgenommen wurden. Auch von der Studioatmosphäre wird berichtet. Die beteiligten Protagonisten kommen selbstverständlich auch zu Wort und so kriegt man doch einen umfassenden Einblick in das Bandgefüge. Zudem ist es toll zu sehen wie sich Eddie Kramer wie ein kleines Kind freut, wenn er von dem Album spricht und verschiedene Möglichkeiten der Produktion anspricht und anschaulich verdeutlicht.

Das eigentliche Album gehört ja mittlerweile zum Kulturgut und ist abermals als eines der besten und wegweisenden Werke seines Jahrzehnts anzusehen. Auch heute noch hat die Scheibe nichts an Aktualität eingebüßt. Der Blues ist allgengenwärtig, aber die Psychedelischen-Elemente nahmen schon einiges vorweg, was später in der Rockgeschichte noch folgen sollte. Das Album sprüht nur so vor Ideenreichtum und verschiedenen Stilrichtungen. Klassicher Blues wie bei „Voodoo Chile“ gibt sich die Klinke mit dem Tango von „House Burning Down“ oder dem Funk von „Crosstown Traffic“ und herzerreißenden Balladen wie „Burning Of The Midnight Lamp“ in die Hand. Dazu gesellt sich dann die Dylan-Coverversion von „All Along The Watchtower“, die bis heute unerreicht bleibt. Dieser Monolith von einem Album endet mit „Voodoo Child Slight Return“ wie mit einem Paukenschlag und entführt den Hörer in andere Sphären.

Fazit: „Electric Ladyland“ ist ohne Wenn und Aber eines der besten Alben der Rockgeschichte und schafft zudem das seltene Kunststück eines der wenigen Doppelalben zu sein, die auch über die gesamte Distanz überzeugen. Hier gibt es alles, was das musikalische Herz begehrt: Jazz, Blues, Rock, Pop, Latin, Psychedelik, ja gar Progrock. Eines der vielseitigsten Alben seiner Zeit und auch heute noch von brutaler Intensität. Mit „Voodoo Child“ findet sich der vielleicht beste Song von Jimi Hendrix hier wieder, aber im Grunde sind dies alles Meilensteine der Rockgeschichte. Abermals essenziell!

http://www.jimi-hendrix.com/

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