Jesus On Extasy heißt ein Industrial Rock Quartett, das neben eingängiger Musik auch bekannte optische Zutaten zum Hörerfang auslegt: Neben zwei athletischen Herren mit femininen Hauch zeigen sich auch noch zwei verrucht gekleidete Damen an den Instrumenten - und die Szene hat schon Ihren Newcomer des Jahres.
Dabei bietet man auf Holy Beauty eigentlich 3-Schritte-vor, 3-Schritte-zurück-Tanzmucke nach Baukastenprinzip. Die Elektronik gibt den Bums vor, traditionellen Rock Instrumente sorgen für den szeneüberspannenden Bogen. Kompliziert darf es dabei nicht zugehen, die Songs auf Holy Beauty sollen möglichst tanzbar bleiben. Daher wirken die Texte hingeschmiert, damit man schnell wieder weg hört und sich auf das Setzen der eigenen Füße und Schwingen der Arme im Takt konzentriert: Her love is radioactive, don’t get to near to her / cause you don’t know that she’s a nuclear bitch / she’ll burn your hands and break your heart / she’ll hurt your precious soul / you won’t recover it’s an open wound // She will contaminate you (Nuclear Bitch).
Schraubt man die Erwartungen etwas zurück, funktioniert Holy Beauty allerdings recht gut, auch wenn die Scheibe mit der Single Assassinate me, dem prügelnden Neochrome und der Cover Version 2nd Skin schon zu Beginn recht früh ihr Pulver verschossen hat. Die zweite Hälfte lullt dann doch etwas ein und muss sich erneut einer Cover Version (Nowhere Girl von B-Movie) bedienen, um nicht ins Mittelmaß abzudriften.
Insgesamt bleibt eine nette Genrescheibe, die meiner bescheidenen Meinung nach nicht unbedingt in einem Satz mit dem Wort ‚Klassiker’ und der Phrase ‚Newcomer des Jahres’ genannt werden sollte.
www.jesusonextasy.com
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