“Musik ist mein Leben, ich möchte Menschen berühren mit meiner Musik so wie sie mich berührt.”, so steht es direkt auf der ersten Seite des Booklets in Jessy Martens Debüt-CD „That’s Why I’m Crying“. Und mit dieser Aussage legt sie sich selber gleich einmal selbstbewusst eine hohe Meßlatte, an der sie sich messen lassen möchte.
Um so höher erscheint diese Messlatte, wenn man bedenkt, dass die 1,52m große Sängerin gerade mal 20 Lenze zählt und ihre musiaklische Leidenschaft dem Blues verschrieben hat, ein Genre in dem man ja eigentlich erst für voll genommen wird, wenn man um einiges älter ist und fast alle staubigen Straßen dieser Welt mit der Gitarre in der Hand abgeschritten ist. Dennoch hat man bei Jessy Martens das Gefühl, dass sie sich in dieser Szene auch ohne diese einschlägigen Erfahrungen etablieren kann, denn was sie stimmlich bietet ist ganz großes Hörkino. Kraft- und gefühlvoll interpretiert sie auf ihrem Longplayer die großen Hits der Bluesgeschichte von „Never Make Your Move Too Soon“ über „Love Me Like A Man“, „Trying To Make A Living“ und „Hard Times“ bis hin zu „Summertime“. Mit „I’m No Sophisticated Mama“ hat sie dann sogar eine Komposition ihres Bluesdaddy’s und Co-Musikers Jan Fischer im Repertoire und steht damit den großen Vorbildern musikalisch in nichts nach. Einziges Manko dieser Scheibe für mich persönlich ist – bei aller Bewunderung für die gelungenen Interpretationen großer Klassiker – die Tatsache, dass vorgenannter Song leider die einzige ‚Eigenkomposition’ auf vorliegender Scheibe darstellt. So berührt sie sicherlich (um auf ihre Eingangsaussage zurück zu kommen) Menschen mit der Musik, die auch sie stark berührt, berührt sie aber eben nur ansatzweise mit ihrer eigenen Musik. Aber man muss sich diesbezüglich ja jetzt auch nicht groß mit Haarspaltereien aufhalten, sondern sollte das Ganze vielleicht einfach als das sehen, was es ist: ein guter Anfang.
Fazit: Von Stimme und Emotion her scheint Jessy Martens definitiv die Anlagen zu haben, sich eines Tages in die Reihe der Großen des Blues einzureihen. Warten wir einmal ab, was da in Zukunft noch so alles kommt. Ich persönlich wünsche mir hier natürlich den Mut zu mehr Eigenkompositionen… einen guten alten Klassiker kann man ja auch künftig immer noch einmal einstreuen. Für eigenes Material gibt es dann künftig von mir auch Punkte, heute jedoch enthalte ich mich einer Wertung, empfehle aber Freunden des gefühlvollen Blues, bei Jessy Martens kräftig die Ohren zu spitzen!
Homepage www.jessymartens.de