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Jennifer Kae: Faithfully

(Warner)

Autor: schlimm / Wertung: 8 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Was ist eigentlich mit der aktuellen Musikszene los? Irgendwie scheinen Frauenstimmen zu Zeit gefragt wie nie zu sein. Mit Jennifer Kae schickt sich nun die nächste Künstlerin an die Charts aufzurollen und im Sturm zu erobern. Vielleicht hat das weibliche Geschlecht momentan auch einfach nur gute Karten, da die Labels sowieso alles unter Vertrag nehmen was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Der Eindruck drängt sich zumindest bisweilen auf.

Eine musikalische Karriere von Jennifer Kae war allerdings irgendwie auch vorprogrammiert. Ihre Eltern machten ebenfalls Musik und dies zum Beruf. Die kleine Jennifer kam also schon sehr früh damit in Berührung und konnte wahrscheinlich eher ein Instrument spielen, denn überhaupt laufen. Sie wartete allerdings auch nicht, bis irgendwer aus dem Musikgeschäft an ihre Türe klopfte, sondern wurde selber tätig. Das Internet kann hier hin und wieder als Erfolgsbeschleuniger helfend zur Seite stehen und so verzeichneten die Drei selbst gedrehten Clips, die Jennifer bei YouTube online stellte, über 800.000 Klicks. Die Grundlage für eine Fanbasis war also schon vor dem Debütalbum „Faithfully“ gelegt.

Die vierzehn Songs davon sind irgendwo im Pop und R&B Bereich mit einer Singer/Songwriter Attitüde angesiedelt. Die Produktion ist durchaus als fett zu bezeichnen und sicherlich auch zeitgemäß. Absolut überzeugend ist die Stimme von Jennifer Kae. Die Frau kann singen und was noch viel wichtiger ist, sie kann Gefühle transportieren und auch solche mit ihrem Instrument, der Stimme, beim Zuhörer erzeugen. Bestenfalls macht sich sogar eine schöne Gänsepelle bemerkbar. Mal klingt Jennifer Kae sanft, mal rau, und alles in allem sehr soulig.

„Little White Lies“ dürfte mittlerweile jeder aus dem Radio oder Fernsehen kennen. Die Nummer ist ja auch tatsächlich eine kleine Popperle. Auch mit „Coffee Cup“ ist gleich zu Beginn ein überragender Song mit melancholischer Grundstimmung zu finden. Ein weiteres herausragendes Popstück dürfte das beatlastige „All I Need To Know“ sein. Zum Schluss der Scheibe hat Jennifer Kae mit „Love Is A Lonley Game“ und „You“ noch zwei weitere klasse Songs versteckt. Letzterer berührt und drückt mit seiner traurigen Stimmung regelrecht aufs Gemüt. Und der Rest? Der ist alles andere als schlecht – aber eben auch nicht aus dem gewohnten Chartspop herausstechend, dafür sind die Tracks einfach zu unoriginell.

Fazit: Was unter dem Strich bleibt ist ein gutes Album von einer sehr guten Sängerin. Es bleibt abzuwarten, ob nächstes Jahr sich noch einer an Jennifer Kae erinnert. Das Potenzial für eine lange Karriere hat sie ohne Zweifel, wenn sie die sicheren Pfade verlässt und noch etwas mehr wagt. „Faithfully“ kann einstweilen schon mit dem einen oder anderen Song überzeugen und begeistern. Es müsste doch mit dem Teufel zugehen, wenn diese Vollblutmusikerin und überzeugende Sängerin nicht auch in Zukunft das ein oder andere musikalische Ausrufezeichen setzen könnte.

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