In Frankreich scheint es an der Tagesordnung zu sein, dass Schauspielerinnen auch singen oder Sängerinnen auch schauspielern. Jeanne Balibar ist da sicher nicht die Erste, die beides versucht unter einen Hut zu bringen. Ihre eigentliche Passion ist die Schauspielerei. Ihre Ausbildung hat sie am renommierten Conservatoire National d´Art Dramatique in Paris abgeschlossen. Danach arbeitete sie in den Jahren 92-96 am französischen Staatstheater. Erst im Jahre 2003 erschien ihr Debütalbum „Paramour“.
Nun folgt mit „Slalom Dame“ also der Nachschlag. Frankreich ist ja nicht unbedingt als die Hochburg der Rockmusik bekannt. Selbstredend hat auch Jeanne Balibar einen etwas anderen Anspruch und Ansatz. Die Texte sind natürlich auch immens wichtig und so gab es eine Kooperation mit dem Textdichter-Komponisten Duett Fred Poulet und Sarah Murcia. Ebenso hat sich Pierre Alferi an der Lyrik versucht. Die Musik stammt von Rodolphe Burger. Die Aufgabe von Jeanne Balibar war es also der ganzen Geschichte mit ihrer Stimme ein Gesicht zu verleihen. Herausgekommen ist dabei eine Mischung aus Pop (oft), Chanson (fast immer) und hier und da einer Prise Indie (wie bei „Ton Diable“).
Fazit: Freunde der französischen Sprache und Musik dürfen das Werk gerne mal antesten. In ihren besten Momenten hört sich Jeanne Balibar und ihr Gesangsvortrag an wie die junge Nico, in ihren schlechtesten Momenten regiert allerdings auch gepflegte Langeweile. Unter dem Strich ergibt dies ein nettes Album, welches die Welt aber nicht aus den Angeln reißen wird und sich auch nicht weiter im Gedächtnis festsetzt, es aber vielleicht trotzdem schafft dem ein oder anderen das Leben zu verschönern.