Den Erfolg von J.B.O. habe ich nie verstanden und werde ich auch dieses Leben nicht mehr verstehen. Die ganze Bandgeschichte war wohl immer als Spaßprojekt gedacht. Die Jungs konnten auch sehr schnell eine größere Fanschar um sich versammeln. Gut, in Deutschland darf ja auch jeder absolut nicht witzige Krawallcomedian einen permanent mit irgendeiner Show auf den Privaten nerven. Nun gibt es also mit „Headbangboing“ den neusten Erguss aus dem Hause J.B.O.. Der Titel macht einem schon wieder Angst und lässt auf nichts Gutes schließen.
Du liebe Güte, es ist ja alles noch viel schlimmer wie man befürchten konnte. Witzigkeit kennt keine Grenzen. Schon der erste als „Inhaltsangabe“ betitelte Song gibt die Marschrichtung vor. Wobei das ist sogar noch halbwegs zu ertragen und ginge eventuell noch, wenn so was nicht schon die Die Ärzte mehrmals viel besser und lustiger auf die Reihe gekriegt hätten. Danach darf man bei „Head Bang Boing“ zur Melodie von „King Of The Bongo“ einem völlig sinnfreien Text lauschen. Wir schreiben das Jahr 2007, wieso darf man da einen Song wie „Mehr Stoff“ ungestraft veröffentlichen? Das war schon 1987 nicht mehr witzig, aber nun gut. „Oaaargh!“ ist textlich auch wieder ganz große Dichtkunst zur Melodie von „Nur ein Wort“, genau, von „Wir Sind Helden“. „Musiker“ ist da auch nicht besser, selbst wer „Moviestar“ mag wird genervt abwinken. „Acht“ ist dann mal wieder ein eigener Song, der wohl eine Rammstein-Parodie sein soll. „Osama“ steigert die ganze Geschichte dann aber fast bis zur Unerträglichkeit. Wer spätestens jetzt nicht abschaltet, der ist entweder ein Fan oder völlig schmerzfrei. „Promobeat 800“ und „Wir ham´s geschafft!“ sind unhörbar. „Bejonze“ ist dann ein weiteres Ärzte-Plagiat. Wer es bis „Raining Blood“ geschafft hat, wird auch die folgenden 6:15 Minuten noch überstehen.
Fazit: Mr. Ed Jumps The Gun waren in den 90ern schon nicht lustig, J.B.O. sind es heute noch viel weniger. „Headbangboing“ ist weder witzig noch originell. Wer dieses „Meisterwerk“ mehrmals am Stück anhören kann, der hat wohl ganz besondere Vorlieben. Was haben wir denn nun auf der Habenseite? Musikalisch beherrschen die Jungs wahrscheinlich sogar ihr Handwerk. Die Aufmachung im Digipack ist auch ganz nett. Wenn man mal großzügig über die Farbgestaltung absieht kann sich das Booklet mit seinen Informationen auch sehen lassen. In der Summe macht das dann 5 Punkte – aufgerundet. Fans werden sicher wieder auf ihre Kosten kommen, von daher ist ja alles im grünen Bereich.