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Jazzkantine: Hell´s Kitchen

(Sashimi Records/Rough Trade)

Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Berührungsängste hatten Mitglieder der Jazzkantine ja noch nie und so wurde verwurstelt, was auf den ersten Blick überhaupt nicht zusammenpasst. Mit ihrem neuen Album „Hell´s Kitchen“ treiben sie es nun auf die Spitze und haben ein Album voll Metal- und Rockklassiker aufgenommen. Sicherlich, die Idee eines reinen Coveralbums ist nicht neu und meistens ist die Huldigung alter Helden auch nur leidlich spannend. Dass die Jazzkantine die Songs nicht nur simpel nachspielt, dürfte allerdings klar sein und was hier aus den zwölf Songs herausgeholt wird ist nicht nur verblüffend, sondern auch über weite Strecken richtig gut!

Die einzelnen Nummern erkennt man nicht mehr wieder, wenn überhaupt, gibt der Text Aufschluss darüber, dass man es hier tatsächlich mit Schwergewichten der Metalszene zu tun hat. Die Jazzkantine schafft, im wahrsten Sinne des Wortes - spielerisch, aus dem Material ganz eingeständige Songs zu machen. Die obligatorischen Bläserarrangements dürfen natürlich nicht fehlen und die Rhythmusfraktion groovt mal wieder wie Hölle. Jazz trifft auf Swing, trifft auf Bossa, trifft auf Rock – ergibt 100 % Jazzkantine.

Die zwölf Songs verteilen sich auf eine Spielzeit von knapp 50 Minuten und hier ist unter Garantie für jede etwas dabei. Für Abwechslung sorgen schon die Gastsänger. Los geht der Songreigen mit „Highway To Hell“ und Tom Gaebel als Vocalist. In diesem Soundgewand erinnert die Nummer jetzt viel mehr an den großen Frank Sinatra, denn an AC/DC. Für mich schließt sich dann der am schönsten umgesetzte Track des ganzen Albums an. Was Sam Leigh-Brown aus „Jump“ herausholt ist einfach nur herzerfrischend! Wer mal Xavier Naidoo mit „Nothing Else Matters“ im minimalistischen Jazzgewand hören will, der hat auf der vorliegenden Scheibe nun die Möglichkeit dazu. „Iron Horse“ von Motörhead kommt auch zu ganz neuen Ehren. Der Gesangsvortag von Cappuccino ist verdammt gut umgesetzt, da würde selbst Lemmy anerkennend nicken. Auch auf die Kombination „Back In Black“ und Max Mutzke durfte man gespannt sein. Insgesamt ist der Track aber nicht mehr als solide ausgefallen. „Paranoid“, „I Was Made For Loving You“, „Walk This Way“ oder „Hell´s Bells“ dürfte wohl jeder Metalfan im Schrank stehen haben. Auf „Hell´s Kitchen“ stehen die Songs einträglich nebeneinander, aber so hat man diese unter Garantie noch nie gehört!

Fazit: Die Jazzkantine hat mal wieder zugeschlagen und zusammengefügt, was eigentlich nicht zusammengehört und dann doch so erstaunlich gut funktioniert. Ob die Welt nun unbedingt ein Album mit diesen Metal- und Rockklassikern im (weitestgehend) Jazzgewand braucht, muss jeder für sich beantworten. Die Umsetzung ist jedenfalls äußerst spannend geworden und hier darf, nein sollte man durchaus mal eine Ohr riskieren!

http://www.jazzkantine.de/promo

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