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Jason Mraz: We Sing, We Dance, We Steal Things Tipp

(Warner)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Warum Jason Mraz in Deutschland bisher keinen Erfolg hatte ist schon ein Rätsel. Viel falsch gemacht hat der Mann bisher nicht und den ein oder anderen Preis konnte er auch schon abräumen – und das völlig zu Recht. Sein bisheriges musikalisches Schaffen kann sich mehr als sehen lassen und braucht sich auch vor den immens erfolgreichen Kollegen nicht verstecken. Jason Mraz übertrifft mit seinen luftig leichten Songs einen Jack Johnson bisweilen um Längen.

Mit „We Sing, We Dance, Wie Steal Things“ legt er nun sein drittes Majoralbum vor. Jason Mraz sagt von dem aktuellen Album, dass diese Songs perfekt seinen Gemütszustand und seine Stimmung wiedergeben. Der Mann muss demnach mit sich und seiner Umwelt absolut im Reinen sein. Zwölf Songs, die auf zwölf perfekte Popmelodien aufbauen und denen die Sonne aus dem Herzen scheint. Jedes Lied ist für sich wie eine kleine warme Sommerbrise. Auf den ersten Blick noch recht unscheinbar, ergibt das in ein Albumkorsett eingebettet, ein Füllhorn an guter Laune. Locker und leichtfüßig umschmeicheln die Nummern den Zuhörer und bevor man sich versieht, haben sie sich tief ins Gedächtnis vergraben und verschönern einem den Tag. Sommerfreude pur!

Schon die ersten Töne von „Make It Mine“ verbreiten mit einer Leichtigkeit ein entspanntes Flair, welches mit dem bereits bekannten Überhit „I´m Yours“ noch übertroffen wird. Eine warme Brise von einem Song, in dem es darum geht, sich der Liebe und den Möglichkeiten des Lebens zu zweit hinzugeben – und das alles in fröhlich beschwingtem Tempo. Mit „Lucky“ folgt ein zuckersüßes Duett mit der Sängerin Colbia Caillat, die jüngst mit einem Grammy ausgezeichnet wurde. Die Nummer schrammt so gerade am Kitsch vorbei und die Streicher im Hintergrund schmalzen die Gehörgänge schon ganz schön voll und trotzdem verbreitet der Song einen gewissen Charme. Aber nicht nur in Singer und Songwritergefilden, mit jeder Menge Popappeal, fühlt sich Jason Mraz heimisch. Was er in „Butterfly“ abliefert erinnert zum Teil doch stark an Jamiroquai, was nicht zuletzt an der funky Bläsersektion liegt. Bei den langsameren Stücken wie etwa „Live High“ und „Love For A Child“ kommen die Songwriterqualitäten so richtig zur Geltung.

Die zweite Albumhälfte wartet mit „Details In The Fabric“ überraschend mit melancholischen und nachdenklichen Zwischentönen auf. James Morrison steht Mraz hier helfend zur Seite. „Coyotes“ ist gleich die zweite Überraschung. Beats und Elemente des HipHop finden hier eine Verwendung. Die Scheibe bleibt so spannend und das hohe, musikalische Niveau ist schon beeindruckend. „Only Human“ trägt Mraz mit einer unspektakulären Lässigkeit vor, die beim Hörer unter Garantie einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird. Auch „The Dynamo of Volition“ ist sehr funky geraten, bevor das Piano dominierte „If It Kills Me“ das Album im 60ies Gewand auf die Zielgerade bringt. „A Beautiful Mess“ lässt die Scheibe dann ruhig und entspannt ausklingen.

Fazit: „We Sing, We Dance, We Steal Things“ ist ein sehr schönes Album für die lauen Sommermonate geworden. Jason Mraz geht es gut und das lässt er die ganze Welt mit dieser Scheibe wissen. Die besondere Leistung daran ist, dass er es fast immer schafft, den großen Felsen mit der Aufschrift Kitsch gekonnt zu umschiffen. Ein luftigleichtes Werk, welches die Messlatte für den Pop 2008 sehr hoch legt!

Weblinks: http://www.jasonmraz.de/

eCard: http://www.my-widget.de/ecards/jason_mraz/

Tour:

20.06 - Hurricane

21.06 - Southside

23.06 - München, Ampere

24.06 - Berlin, Frannz Club

10.07 - Köln, Luxor

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