header photo

Sound Base

Online Magazin

Janet Jackson: Discipline
(Universal)


Autor: schlimm / Wertung: 7,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Laut dem amerikanischen Billboard-Magazin ist Janet Jackson mit zehn Nummer-Eins-Hits in den Billboard-Hot-100 die zweiterfolgreichste Musikerin aller Zeiten. Über 100 Millionen Alben konnte sie schon an die Frau und/oder den Mann bringen. Zudem konnte sie schon 5 Grammys gewinnen, ist zwölffache Gewinnerin bei den American Music Awards und zehnfache des MTV Music Awards. Das sind alles Hausnummern, bei dem einen schwindelig werden kann. Künstlerisch trat sie zuletzt auf der Stelle und wenn man ehrlich ist, waren ihre letzten Alben alles andere als gut.

Mit Spannung wurde also ihr neues Album „Discipline“ erwartet. In Amerika schlug die Scheibe schon hohe Wellen und auch bei uns darf man gespannt sein, ob die mittlerweile 41-jährige noch mal an die alten Erfolge anknüpfen kann. Es könnte sogar klappen. Auch wenn die erste Single „Feedback“ vielleicht nicht die glücklichste Wahl ist um Appetit auf das Werk zu machen, so könnte sich doch eine große Käuferschicht auf das Album einigen. Warum? Weil es sich Janet Jackson zwischen allen Stühlen gemütlich macht und in diesem bunten Gemischtwarenladen alles anbietet, was die Plattenküche hergibt. Eine Prise Soul, dort ein Schüppchen Dance, da eine gehörige Portion Pop und noch einige Elemente des Funk und Soul und fertig ist das R´n´B-Gericht. Was fehlt? Die balladesken Momente? Keine Angst, auch die gibt es selbstverständlich.

Die große Kunst besteht dann wohl darin, dass dies alles so zusammengebastelt wird, dass sich auch ein homogenes Album ergibt. Dies ist Janet Jackson eindrucksvoll gelungen. Im Notfall werden die Übergänge einfach durch eine stattliche Anzahl von Interludes hergeleitet. Dies ergibt in der Summe ein sehr schlüssiges Albumkonzept.

Musikalisch können die dreizehn Songs zum Teil wieder an die alte Klasse anknüpfen und sind vom Sound und der Produktion absolut auf Augenhöhe mit heutigen Marktführern. Mit „Luv“ und „Rock With U“ sind ihr beispielsweise richtige Clubhits gelungen, die die Tanzflächen dieser Welt sicher füllen dürften. Auch „Rollercoaster“ und „2Nite“ überzeugen. Trotzdem ist nicht alles Gold was glänzt. „Can´t B Good“ stampft belanglos durch die Prärie und nervt bisweilen sogar. Im Balladensektor macht Janet Jackson auch die X-te Wiederholung. „Never Letchu Go“ erinnert sogar eklatant an ihren berühmten Bruder. „Greatest X“ ist nur unwesentlich besser und im Grunde austauschbar. Der kitschige Refrain reißt allerdings noch ein wenig das Ruder rum.

Auf der anderen Seite ist es schön, dass die Scheibe das gesamte Pulver nicht schon am Anfang komplett verbraucht hat. Mit dem coolen und innovativen „So Much Betta“ wird der Zuhörer für die kleine Durststrecke mehr als entschädigt. Die Nummer ist nicht nur sexy, sondern hat richtig Schmiss und zeigt eine gänzlich andere Seite von Janet Jackson. Man wird sie hier kaum wieder erkennen. Auch „The 1“ mit Missy Elliott rockt und dies ohne Elemente der Rockmusik. Ein weiterer ungewöhnlicher und spannender Track.

Fazit: Insgesamt hat „Discipline“ Licht und Schatten zu bieten. Den ein oder anderen eher belanglosen Song muss man schon verkraften. Auf der anderen Seite hat es Janet Jackson endlich wieder geschafft wirklich gute Nummern aufzunehmen, die mühelos mit denen der jungen Kolleginnen mithalten können und die sogar recht spannend und innovativ sind. Das ist fast mehr, als man erwarten konnte. Insgesamt ein erfreuliches Album also.

http://www.janetjackson.com/

 

Hinterlasse eine Antwort

Aktuelle Artikel