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Jan Oldenburg: Fantastik AG TIPP
(Piper)


Autor: Schwoll / Wertung: 11 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

27 Semester Studium der Phantastik und nichts als die Aussicht auf einen Job im Bahnhofsimbiss – und dann soll der Studiengang auch noch einfach so gestrichen werden? Theodor Welk versteht die Welt nicht mehr und als er mit dem letzten Dozenten Prof. Dr. phil. Dr. phan. Hieronymus C. Welk (nicht verwandt oder verschwägert) in ihrem Hörsaal 043a tief unten in den Uni-Katakomben eingeschlossen wird, gibt es für die beiden überzeugten Phantasten nur noch einen Weg: Hinüber in die Fernen Länder!
Dort angekommen wird aus Theo ein Steintroll und dem Professor ein Zaubergnom (die physiognomisch perfekte Anpassung an die magische Welt) und nach dem Praxis-Semester-Ersatz/Suizid-Kommando „Drachen 1“ machen sich die beiden auf den Weg durch Ferne Länder.
Von Eralkes, dem erfolglosen Helden in Unterwäsche, und dem 60 cm großen Riesen Homur mal abgesehen, stimmt hier noch so einiges andere nicht. Die Fantastik AG hat sich in Ferne Länder breit gemacht und die Vorstandsetage hat nicht weniger im Sinn als die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die perfekte, wenn auch „minimal“ gefährliche Möglichkeit für Theo, seinen Doktortitel zu machen…

„Fantastik AG“ von Jan Oldenburg (Piper) hat vor allem eines zu bieten: Eine riesige Portion abstrusen, fantastischen und staubtrockenen Humor!
Der weltfremde Theodor, der sich wahnwitziger weise in der magischen Welt der Lebenswirklichkeit stellen muss, und der verkopfte Professor, der sich auch in den Fernen Ländern nur auf seine wissenschaftliche Arbeit konzentriert, bilden dabei ein wunderbares Duo, das durch den unfreiwilligen Nicht-Helden Eralkes und den Mini-Riesen Homur ergänzt wird. Aber auch die Nebencharaktere sind bis ins Kleinste durchdacht und ausgefeilt. Um nur ein Beispiel zu nennen: „Hä, der Gott der Blödheit“, Namensgeber für das antimagische Metall Stupidium.
Jan Oldenburg hat das Talent, die Szenen mit liebevollen Details so auszugestalten und miteinander zu verbinden, dass man auch als Leser ununterbrochen auf Entdeckungsreise bleibt und nichts verpassen möchte. Besonders böse sind die Teile in Neu-Sternheim, die einen ganz schweren Seitenhieb auf die Medien und gesellschaftliche Entwicklungen darstellen, so dass man die leichten Längen in diesem Part absolut verzeihen kann.

Fazit: Ein grandios-verrücktes Stück Fantasy-Literatur voller Aventüre, liebenswerten Helden in langen Unterhosen und 60cm-Riesen bei „Wähl den Superwichtel“. Kein Buch für die S-Bahn, denn ein skurriler Einfall jagt den nächsten und man kann Lachattacken einfach nicht vermeiden. Jan Oldenburg soll sich bitte flott an die Fortsetzung machen!

 

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