Leute jetzt ist aber mal gut. Schon wieder wird mit Jamie T. der nächste Musikgott angekündigt. Hallo? Liebe schreibende Kollegen aus dem vereinigten Königreich, macht es doch auch mal eine Nummer kleiner. Gut bedeutet doch nicht immer direkt die Rettung des guten Geschmacks und der Musikwelt. Jamie Treays soll jedenfalls das neue Wunderkind aus Großbritannien sein. Viele vergleichen ihn schon mit Mike Skinner von The Streets.
„Unser Held“ ist gerade mal zwanzig Jahre alt. Seine musikalischen Einflüsse sind einmal quer durch den Gemüsegarten und wieder zurück oder kurzum, kein Genre scheint ihm fremd zu sein. Egal ob Punk, R’n'B, Garage, Drum’n'Bass, Reggae oder Dub, irgendwie fühlt er sich überall zu Hause. Wer sich jetzt „Panic Prevention“ zu Gemüte führt, der wird so ziemlich jeden dieser Stile auf dem Silberling vorfinden. Insgesamt kommt die ganze Geschichte hier sehr unproduziert aus den Boxen, hört sich an wie im heimischen Kinderzimmer aufgenommen. Das ist überaus positiv gemeint und klingt schon recht erfrischend zwischen all diesen Hochglanzproduktionen. Besonders stark sind da z.B. "Salvador" oder "So Lonely Was The Ballad". Etwas nervig wird es, wenn Jamie T. zu monotonen Beats im dicksten Londoner Slang anfängt zu rappen. Die positiven Momente überwiegen natürlich eindeutig und so zaubert doch der ein oder andere Moment der knapp 50 Minuten ein dickes Grinsen auf das Gesicht des Zuhörers. Die Beine fangen an zu zucken, der Bewegungsdrang steigt und man bekommt eine leichte Sommerstimmung.
Fazit: „Panic Prevention“ ist ein gutes Album und dürfte doch die ein oder andere Hitsingle abwerfen. Allerdings ist die Scheibe ganz sicher nicht das, was einige Kollegen daraus machen wollen. In seiner Grundstimmung und der ganzen Machart wird man hier schwer an einen ganz anderen Künstler erinnert, nämlich an den jungen Beck. Wenn dies also nur der Anfang ist, dann hat Jamie T. noch einiges auf Lager, freuen wir uns drauf und verbleiben einstweilen mit 8 Punkten.