James McMurty ist wie ein gut geölter Motor, auf ihn ist Verlass. In schöner Regelmäßigkeit beehrt uns der Mann mit seinem musikalischen Schaffen. 1989 erschien sein Debütalbum „Too Long In The Wasteland“, welches von keinem Geringeren wie John Mellencamp produziert wurde. In Erscheinung ist er allerdings schon vorher getreten. 1987 nahm er beim New Folk Songwriter Contest teil und gehörte zu den sechs Gewinnern des kompletten Jahres. Eigene Songs schrieb er schon als Teenager und trat mit diesen auch vor einem kleinen Publikum auf. Nun ist James McMurty mit „Just Us Kids“ bei seinem achten Album angekommen. Ein Album, welches man nach dem kleinen Meisterwerk „Childish Things“ mit reichlich Spannung erwarten durfte.
„Just Us Kids“ knüpft an den Vorgänger nahtlos an. Die Musik ist zum Teil wieder staubtrocken und tief im amerikanischen Rock verwurzelt. McMurty trägt seine Songs mit der gewohnten Lässigkeit vor und scheut sich auch nicht den guten alten Rock and Roll, wie beim bitterbösen und kritischen „God Bless America (Pat McDonald Must Die)“ von der Leine zu lassen. Roots- und Countryeinflüsse sind selbstverständlich ebenfalls nicht zu überhören. Auch die leiseren Töne beherrscht der Mann vorzüglich. Das Titelstück „Just Us Kids“ ist z.B. kein vordergründiges Rockstück, sondern eher im Midtempo-Bereich angesiedelt.
Als zentrales Stück der Scheibe gilt die Abrechnung „Cheny´s Toy“. Hier klingt James McMurty bisweilen wie Lou Reed. Textlich dreht sich die Nummer um die Marionette George W. Bush. Wer McMurty kennt, weiß, dass er hier kein Blatt vor den Mund nimmt. Von der Instrumentierung machen Stücke wie „Freeway View“ eine Menge Spaß. Sehr schöne trockene und auf den Punkt gebrachte Rocknummer, die vom Piano dominiert wird. Vielschichtige und balladeske Momente beherrscht der Mann auch wie kein Zweiter seiner Zunft. Man höre sich dazu bitte das unaufgeregte „Hurricane Party“ oder „Ruby And Carlos“ an. Auch an ein reines Instrumentalstück traut sich der Mann mittlerweile ran. „Brief Intermission“ ist allerdings nicht mehr als eine nette Auflockerung zwischendurch.
Fazit: „Just Us Kids“ ist ein weiteres sehr gelungenes Album aus der Feder von James McMurty. Wer Americana, Country, Folk und eine Menge Rock and Roll auf einem Album hören möchte, der ist hier goldrichtig. Springsteen, Dylan, Mellencamp, Petty, Earle und Lou Reed hört man hier deutlich raus und trotzdem ist das Album eindeutig James McMurty. Der Mann hat trotz aller Einflüsse einen ganz eigenen Stil entwickelt und überzeugt musikalisch wie auch textlich mal wieder auf ganzer Linie!