Jagga Jazzist ist eine Band, die allerorten die höchsten Weihen verliehen bekommt und Kritiker und Musikinteressierte abseits des Mainstreams über die Jahre immer wieder begeistern konnte. Die Norweger sprengen sowieso alle Vorstellungen einer herkömmlichen Formation. Auf dem ersten Album seit vier Jahren besteht das offene Kollektiv diesmal aus neun Mitgliedern und mit Øystein Moen und Stian Westerhus sind auch gleich zwei neue Gesichter dabei. Der ganze Entstehungsprozess fing schon zu Beginn des Jahres 2008 an, als Lars Horntveth damit begann die Musik für das neuerliche Werk zu schreiben. Herausgekommen sind 53 Minuten, die sich auf neun Songs verteilen.
Man darf auch diesmal wieder davon ausgehen, dass Fans und Kritiker auch von „One-Armed Bandit begeistert sein werden. Eigentlich ist vieles wie gehabt. Ich für meinen Teil frage mich schon seit Jahren, was an Jagga Jazzist so außergewöhnlich und besonders sein soll. Die Mischung aus (Nu-)Jazz, progressiven Anleihen bis hin zur Weltmusik und Postrock mag zwar höchst ambitioniert sein, aber mal ehrlich, wer hört sich das in einem Stück an? Es liegt gar nicht daran, dass die Musik anstrengend ist, nein, denn da gibt es weitaus andere Sachen, in die man sich zwar auch reinwühlen muss, die aber dann doch begeistern und einen mehr fordern. „One-Armed Bandit“ ist schlicht langweilig und nervt mit der Zeit sogar ganz gewaltig. Es mag sein, dass hier einige wieder die großartige Abwechslung preisen werden, für mich ist die schlicht nicht auszumachen und auch nach dem zwanzigsten Durchlauf bleibt da fast nichts hängen. “One-Armed Bandit” kann man prima als Fahrstuhl- oder Kaufhausbeschallung einsetzen – muss es ja auch geben. Ich weiß, vermutlich habe ich das Album nur einfach nicht verstanden…
