Der Erfolg von Jack Johnson ist fast schon ein bisschen unheimlich. Sein bisheriges musikalisches Schaffen konnte selbigen immer weiter ausbauen und bescherte dem Mann Top Ten Plätze fast überall auf dem Globus. Was ist so spektakulär an seiner Musik? Oder an dem Mann? Irgendwie klingt sein Surf-Folkrock immer ein bisschen zu heiter und zu sonnig. Die Songs erscheinen sogar in den traurigen und melancholischen Momenten immer noch einen Ticken zu fröhlich. Songs voller Harmonie, Songs für eine bessere Welt. Der Mann selber ist auch alles andere als der Prototyp eines Rockstars. Viel zu unscheinbar, viel zu nett, viel zu freundlich. Dazu seine unaufdringliche Art den Planeten zu retten und zu einem besseren Platz zu machen, ohne dabei in ein peinliches Bono-Gehampel zu verfallen. Du liebe Güte, der Gute bietet ja überhaupt keine Angriffsfläche. Vielleicht ist genau dies die Erfolgsformel?! Die Songs von Jack Johnson tun einfach keinem weh und letztendlich scheinen sie sich über die Hintertür doch noch im Gehör festzusetzen. Diese stoische Ruhe und Harmonie ist aber auch einfach ansteckend und in der heutigen hektischen Zeit eine wohltuende Abwechslung. Eine Oase der Geborgenheit.
Nun aber genug der Bestandsaufnahme, im Hier und Jetzt zählt nur das neue Werk . Jack Johnson hat wieder vierzehn Stücke auf der Platte versammelt. Vierzehn Stücke, die den Hörer wieder beruhigen werden und ohne, dass man es merkt, gute Laune verbreiten. Sanft sucht sich die warme Stimme von Johnson ihren Weg in die Gehörgänge des Zuhörers und bevor man sich versieht, macht sie sich dort breit. Gibt es unpeinliche Eingängigkeit? Wenn nicht, dann hat sie Jack Johnson garantiert erfunden. Seine Songs sind weit davon entfernt Ecken und Kanten aufzuweisen, da nützt hier auch der dezente rockige Ansatz nicht viel, aber trotzdem schafft er es irgendwie, dass diese luftigleichte Attitüde eben alles andere als peinlich daherkommt.
Man sollte nicht den Fehler begehen, die Musik von Jack Johnson ins Reich der Beliebigkeit einzuordnen. Der Mann hat es sich in einer Nische bequem gemacht und einen immens hohen Widererkennungswert. Dies hebt ihn sicherlich von der Masse ab. Schon die erste Töne von „All At Once“ lassen erahnen, mit wem man es hier zu tun hat und wenn dann diese Stimme einsetzt, dürften endgültig keine Fragen mehr offen sein. Der Albumeinstieg ist mit einer melancholischen Note durchzogen, aber schon beim folgenden „Sleep Through The Static“ und „Hope“ ist man wieder mittendrin im Johnson Kosmos. Dem Mann scheint wohl sprichwörtlich die Sonne aus dem Popo und dies überträgt sich einfach auch auf den Hörer. Selbst die Lagerfeuerromantik von „Angel“ verbreitet das Flair von Sommer, Sonne, Sonnenschein. Wenn dann noch so bezaubernde Klänge wie bei „Enemy“ hinzukommen ist es endgültig um einen geschehen. Die Single „If I Had Eyes“ dürfte ja schon hinlänglich aus dem Radio bekannt sein. Ein Gutelauneliedchen, wie es im Buche steht. Und so geht es weiter, mal ruhig wie bei „Same Girl“ oder „Adrift“. Mal mit etwas mehr Drive wie bei „Go On“ oder „They Do, They Don´t“. Ehe man sich versieht oder besser verhört, nimmt einen die Scheibe ein kleines Stückchen beiseite, schiebt den Alltag und das triste Wetter einfach weg - eine Reise zum Mittelpunkt der guten Laune. Bemerkenswert ist auch, dass die Scheibe keinen Qualitätsabfall zu verzeichnen hat, denn auch „While W e Wait“, „Monsoon“ und das schöne „Losing Keys“ kommen in bewährter Manier und Qualität daher.
Selbstverständlich hat Jack Johnson auch wieder an den Planeten gedacht und so wurde das Album zu 100 % mit Solarenergie aufgenommen! Die Materialien sind natürlich auch wieder verwendbar und ein Obolus kommt auch wieder „1 % For The Planet“ zugute. Aufgenommen wurde die Scheibe zum Teil live und diesen Charakter hört man den Stücken in äußerst positiver Art und Weise an. Im Übrigen wächst das Album mit jedem weiteren Durchgang und es eröffnen sich sogar immer wieder neue Klangerlebnisse.
Fazit: Hach, eine neue Jack Johnson Platte ist immer ein bisschen wie nach Hause kommen. Man fühlt sich direkt wohl, alles ist schön gemütlich, daran kann auch ein rockigere Ansatz nichts ändern. Wohlfühlmusik, die man ab und an einfach mal braucht. Freilich, wer bisher das kalte Grausen bei Jack Johnson bekommen hat, wird auch heuer schreiend weglaufen, alle anderen aber wird diese Scheibe wieder mitnehmen auf die Welle der guten Laune!