“Some music just won’t stop, it makes me lose control, some music takes me high, when I’m feeling low…” So ist das mit der Musik: für die einen können die Beats gerade gar nicht laut genug sein, die anderen lieben eher die sanften und gefühlvolleren Töne. Letztere kamen am Freitagabend in der Hamburger Markthalle voll auf ihre Kosten. Mit genau jenem Uptempo-Song „Some music“ vom neuen Album “Into the light” betritt Fady Maalouf mit seiner Live Band fast pünktlich um 20 Uhr die Bühne. Auf diesen Augenblick hatten seine Fans seit dem Album Release-Konzert Ende März gewartet. Sogar aus der Schweiz und aus Österreich sind sie für dieses Konzert in den hohen Norden angereist und natürlich hält es nun niemanden mehr im Publikum auf seinem Platz.
Diese Intensität, mit der er seinen Songs Ausdruck verleiht, schafft von Anfang an eine besondere Stimmung. Fady Maalouf sagt selbst, dass er auf der Bühne gern auch mal improvisiert, das mache ihm weit mehr Spaß, als würden alle Songs genauso klingen, wie auf dem Album. So ist kein Konzert vergleichbar mit dem anderen.
Lediglich von seinen Bandkollegen Pivo (Gitarre) und Andrè (Cajón) begleitet, lassen ihm die Akustikversionen einiger Songs dann auch genügend Raum für Variationen und man spürt förmlich, hier ist jemand mit Leib und Seele dabei. Kein Wunder, dass die Musik wie ein magischer Funke auf die Zuschauer überspringt und es teilweise berührend still im Saal wird.
Seine Songauswahl ist gelungen, neben Titeln vom neuen Album singt Fady auch ein paar ältere Songs, unter anderem „To let go“, „Good thing“ und „Will you still love me tomorrow“. Zusammen mit seiner Band, der Lichtshow und einer auf das Konzert abgestimmten Videowall ergibt das ein gutes Bühnenbild. Als er dann noch eines seiner Lieder aus den Mottoshows während seiner Zeit bei DSDS ankündigt, sind auch die Erinnerungen greifbar nah. “She’s like the wind” ist eine Hommage an den viel zu früh verstorbenen Schauspieler Patrick Swayze und ein Song für seine Fans.
Jene Zeit sei für ihn eine tolle Phase gewesen, erzählt der inzwischen nach Berlin umgezogene Sänger, aber er habe sich weiterentwickelt. Überhaupt kommentiert er seine Songs locker und witzig, man erfährt nebenbei auch einiges über ihre Entstehung oder kleine Anekdoten am Rande. So auch, dass Fady gern einen französischen Titel auf seinen Platten hat, da dies nun mal auch seine Muttersprache ist. In dieser Sprache zu singen, bedeutet für ihn daher immer etwas Besonderes. Und seine Fans freut es, wirken sie doch immer ein bisschen wie Samt. “Vers les étoiles” ist eine solche Ballade, deren Tiefe beim Hören spürbar nahe geht, auch wenn man den Text vielleicht zunächst nur erahnen kann. Sie handelt von den eigenen Erfahrungen, wie schwer es für einen Künstler im Showbiz sein kann. Aber das spielt an diesem Freitagabend zum Glück keine Rolle, wenn man sich umschaut in der gut gefüllten Markthalle und die stimmige Atmosphäre auf sich wirken lässt.
Fast zwei Stunden lang begeistert er sein Hamburger Publikum, flutet während dieser Zeit den Raum mit Gefühl und sanften Tönen, heizt ihnen in der ohnehin schon warmen Halle zu den rockigeren Klängen von “Fire” und “Burn” gleichfalls ordentlich ein und komplettiert das Ganze mit seiner humorvollen Art bis zum Schluss. Mit „Blessed“ und „Burn“ als Zugabe legen sich Fady und Band erneut ins Zeug für ihre Fans. Selbst eine kleine Textpanne am Anfang der ersten Zugabe wirkt charmant und Fady nutzt gleich nochmal die Gelegenheit für einen kleinen Gag. Das ist eben live und kommt sympathisch rüber. „Blessed“ wurde ihm für die DSDS Finalshow in der 5. Staffel geschrieben. Nachdem der Plattenvertrag unterschrieben war, schaffte es seine erste Single auf Anhieb bis auf Platz 2 der deutschen Charts und hat sich inzwischen zu einer Art Fan Hymne entwickelt. Sichtlich berührt schaut Fady dann auch am Ende und bedankt sich bei seinem Publikum mit einem „merci beaucoup“ und „je t’aime“.
Auch bei der Wahl seiner Live Band, bestehend aus Pivo Deinert (Gitarre), Rick Engelhardt (Keybord), André Wenzlitschke (Drums) und Ralph Graessler (Bass), hat er ein glückliches Händchen bewiesen. Es macht Spaß, die Jungs auf der Bühne live zu erleben und man spürt die Harmonie zwischen Band und Sänger, die für einen gelungenen Auftritt so wichtig ist.
Setlist:
Some music
Listen to your heart
This anchor holds
To let go
Holding on to water
Will you still love me tomorrow
Missing your face
I still cry
Burn
She´s like the wind
Good thing
Anytime
Kissing moonlight
Summer rain
Amazed
Vers les étoiles
Fire
Into the light
Blessed
Burn

Ja, genauso war es!
Wir haben getanzt, gelacht, gesungen und manchmal auch ein bißchen geweint. Es war – wie jedes Konzert von Fady – ein rundum gelungenes Fest.
… und Fady hat wieder umwerfend gut ausgesehen.