Manchmal hat man ein Album vor sich und weiß nicht so recht, wie man die Mucke beschreiben soll, die einem da entgegentönt. Ist es Black, Death, klassikorientiert, Metal mit Gothiceinfluß oder einfach nur cool??? Ich kann bei In Vain guten Gewissens letzteres bestätigen. Alle vorgenannten Einflüsse fügen sich auf The latter rain zu einem Gesamtgebilde zusammen, welches man einfach nur als Kunst bezeichnen kann und einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht. Wenn einem zum Ende von “Octobers monody” beste Threshold-Mucke und Vocals entgegen schallen, ist die Verwirrung ganz komplett. Riffs für den Thrasher, Growls für den Deather, Atmosphäre für den Blackie und gaaanz viel Melodie für Proggies und Melodiker. Die recht langen Stücke (zwischen sechs und fast zehn Minuten) sind allesamt orchestral, episch, aufwühlend und herzergreifend, und irgendwo zwischen Hollenthon (“det rakner”), Opeth sowie Dark Lunacy anzusiedeln. Auch instrumental ist die seit 2003 bestehende Truppe aus Norwegen up to date. Mit 20 Gastmusikern die mal ein Saxophon bei “I total triumf” (schöner Mittelteil zum outchillen) erklingen lassen, Streichereinsätze bei “The titan”, die an Dark Lunacy erinnern, zum besten geben oder bei “As I wither” mit schaurigem Black Metal, wirren Gitarrenläufen und wunderschönen Kontrastvocals im Chorus (zum ansonsten keifigen Gesang) beglücken, fährt man eine bombastische Musikpalette auf. The latter rain strotzt nur so vor Abwechslung und ist ein Achterbahnfahrt-Album mit ziemlich langer Halbwertszeit! Der anspruchsvolle Musikgenießer, der auf innovativen Metal steht, sollte mit 10,5 Punkten angeregt genug sein, um diese Sahneschnitte anzutesten.
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