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In The Pines: In The Pines

(Arctic Rodeo Recordings)

Autor: schlimm / Wertung: 9 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Nachschub für die hungrigen Ohren der Indiehörerfraktion. Für die hungrigen und meist auch überaus kritischen Ohren der Indiehörerfraktion. Die Rede ist von In The Pines. Das Sextett aus Kansas City dürfte mit dem gleichnamigen Debütalbum nicht nur den Hunger stillen, sondern gleichzeitig auch noch die überaus kritischen Hörgewohnheiten der Zielgruppe zufrieden stellen und begeistern.

In The Pines bedienen allerdings nicht unbedingt die laute Seite der großen Schublade mit der Aufschrift „Indie“. Die zwölf Songs sind fast durchgehend mit einer melancholischen Note durchzogen und haben Einiges für das Herz und den Kopf zu bieten. Musik, die mit einem guten Glas Rotwein genossen werden will. Musik, die nie belanglos klingt und trotzdem alles andere als verkopft erscheint. Musik, die dem Namen auch wirklich gerecht wird. Musik, die noch handgemacht ist. Musik, die berührt. Musik, die niemals im Radio gespielt wird, denn dafür ist sie einfach zu versponnen, zu schräg und nicht eingängig genug.

Zwei Gitarren, ein Bass, eine Violine, eine Bratsche, ein Harmonium und fünf Stimmen veredeln den Sound von „In The Pines“. Die üblichen Strophe Refrain Strophe Muster werden komplett über Bord geworfen. Das Album besticht durch eine wahnsinnig dichte Atmosphäre und hat hinter jeder Ecke wieder eine neue Wendung zu bieten. Die ruhigen Songs wirken so leicht verschroben und knorrig, haben aber dadurch einen ganz besonderen Charme zu bieten. An der ein oder anderen Stelle wünscht man sich allerdings, dass In The Pines schneller zum Punkt kommen würden, da scheinen sie sich hier und da zu verzetteln. Insgesamt kann man sich dem Werk, sofern man sich einmal richtig drauf eingelassen hat, nicht mehr entziehen. Die Scheibe reißt einen dann mit hinab in den Strudel von Traurigkeit und morbider Schönheit. Ein Album, welches seine Hörer erschaudern lässt und trotzdem die berühmte Gänsehaut auf die Haut zaubert.

Fazit: In the Pines veröffentlichen ihr Album zur passenden Jahreszeit. Es regnet, es stürmt, die Stimmung ist eher melancholisch – wie auch auf diesem wunderschönen, wie auch traurigem Album. Ein Werk, welches sich auch hinter den Bright Eyes, Wilco oder Arcade Fire nicht verstecken braucht. Bleibt zu hoffen, dass die Band sich ihre Verschrobenheit beibehält und auch in der Zukunft die Welt mit ihrer Musik verzaubert und ein kleines bisschen schöner macht!

www.inthepinesmusic.com

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