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In Extremo: Sängerkrieg

(Universal)

Autor: schlimm / Wertung: 8,5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

In Extremo werden mit ihrem neuen Album für die ein oder andere Überraschung sorgen. Zwar ist auch „Sängerkrieg“ unverkennbar In Extremo und doch ist die Scheibe anders, als man es mitunter erwartet hat. Aber zurück auf Anfang: Der Titelsong des neunten Albums steht stellvertretend für die neue Arbeitsweise des Berliner Septetts, welches stärker auf Vernetzung und Vielschichtigkeit setzt. Selbst innerhalb der Band soll es einen Sängerkrieg gegeben haben und man hat um die besten Ideen gerungen und gestritten. Der kreative Prozess war anscheinend sehr fruchtbar, denn die aktuelle Scheibe ist eine Wundertüte voller Ideen und im besten Falle eine gefüllte mit sehr guten Ideen.

Mittlerweile gibt es In Extremo schon dreizehn Jahre. Dreizehn Jahre, in denen In Extremo zu einer festen Größe im Rockzirkus geworden sind. Zudem haben es sich die sieben Jungs als Historienrockband in einer musikalischen Nische gemütlich gemacht, die nicht gerade zeitgemäß für das Formatradio erscheint. Die Band hat es sich damit alles andere als leicht gemacht. Eine stetig wachsende Fangemeinde zeugt allerdings davon, dass nicht nur dieser Musikstil immer mehr Anhänger findet, sondern, dass In Extremo auch mit einer Menge Qualität überzeugen.

Damit sind wir im Hier und Jetzt angekommen, denn die Historienrockband ist zwar immer noch eine Vereinigung von Spielmännern, aber die Elemente wurden doch etwas zurückgeschraubt. Die aufwändigen Klangkompositionen und –spielereien sind deutlich weniger geworden. Die elektronischen Sounds, mit denen die Band bisweilen auch geflirtet hatte, sind nun auch gänzlich verschwunden. Auch, wenn diese Elemente in der Vergangenheit eine Bereicherung waren, ist „Sängerkrieg“ nun nicht weniger interessant. Im Gegenteil, die Scheibe klingt nicht nur druckvoll sondern auch erstaunlich frisch. Natürlich darf der markante Dudelsack nicht fehlen. Der Einsatz ist aber nicht mehr ganz so vordergründig, sondern etwas weiter im Hintergrund angesiedelt. In Extremo kommen anno 2008 schneller auf den Punkt. „Sängerkrieg“ ist zum Teil rotzig rockig. Und selbst ein Song wie „Frei zu sein“, wo der Dudelsack doch eine tragende Rolle spielt, ist im Grunde ein Rocksong mit punkigen Anleihen.

In Extremo sind auch heuer wieder eine tanzbare Band mit einem Hang zu großen Hymnen. „In diesem Licht“ ist eine dieser Nummern, die kräftig zum Haareschütteln geeignet ist und fast exemplarisch für die neue Ausrichtung der Band steht. „Tanz mit mir“ ist poppig und mit einer Coverversion eines Editors Tracks hätte sicher auch keiner gerechnet. „An End Has A Start“ ist gar nicht mal so schlecht – sogar äußerst gelungen. Natürlich lohnt es auch wieder bei den Texten genauer hinzuhören. Schon der Albumopener „Sieben Köche“ setzt in dieser Hinsicht mal wieder Maßstäbe.

Fazit: In Extremo setzten natürlich auch bei Sängerkrieg auf die bewährten Elemente, verbinden diese aber mit einem rockigeren und rotzigeren Ansatz, der dem Gesamtsound außerordentlich gut zu Gesicht steht. So bleibt die Band und ihre Musik auch im Jahr 2008 noch spannend und setzt für das Genre Historienrock, in dem sich In Extremo bewegen, mal wieder Maßstäbe!

www.inextremo.de

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