Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich nach inzwischen gut neun Jahren nicht mehr wirklich daran geglaubt, dass Jon Schaffer seine Something Wicked Triologie in letzter Konsequenz dann doch noch umsetzt. Aber gut, man lässt sich doch immer wieder gerne überraschen und eines Besseren belehren.
Um dem ganzen einen homogenen Fluss zu verpassen und mit der Story nahtlos an die 98er Titel anschließen zu können, gab es ja bereits vor Kurzem die Re-Recordings der Overtüre mit Tim Owens. Nun folgt Teil 1 des Science Fiction Konzeptes um die weisen und friedliebenden Setianer, die als älteste Kultur und als direkte Nachkommen des großen Architekten Seite an Seite mit den Menschen unerkannt die Erde bevölkern. Der Story insgesamt, die auf Teil Eins schon mal gepflegte 19 Kapitel für den Anfang bietet, konnte ich bislang noch nicht so wirklich im Detail folgen, weil der mir vorliegenden Promo CD a) keine Texte beiliegen und b) der Kopierschutz (Achtung Wortspiel: Anti Ripper Schutz) in Form von permanenten Ansagen Jon Schaffer himself das konzentrierte Zuhören mächtig erschwert. Aber immerhin wusste ich am Ende der 70 Minuten wenigstens ziemlich genau, welcher Promo-CD ich denn nun gerade lausche. Aber auch ohne Kenntnisse der präsentierten Geschichte und trotz Jon’s penetranten Ansagen lässt sich doch sehr deutlich konstatieren, dass die Herrschaften musikalisch wieder einiges zu bieten haben. Klar wird jetzt wieder das Geschrei losgehen, dass es mit Matthew Barlow wahrscheinlich noch gigantischer geworden wäre, aber was nutzt des…und vor allem: Matthew wird uns den Beweis wohl lebenslänglich schuldig bleiben. Und ich persönlich verstehe eh immer noch nicht, was an Tim denn nun schlechter sein soll. Dass er nicht die ganze Zeit weinerlich ins Mikro seiert? Dass er anscheinend auch mal die entsprechend aufgeblähten Testikel in der ledernen Buxe hat, um mal ordentlich herzhaft ins Mikro zu beißen? Klar gibt es mehr als nur ein musikalisches Highlight aus der Barlow Phase, aber mit Owens hat Schaffer einen straighten Sänger am Start, der sich perfekt in das druckvolle und wuchtige Songwriting, für das Jon Schaffer seit jeher steht, perfekt einpasst und der gesamten Mucke so den letzten Schliff und tritt in die richtige Richtung gibt. Das hat er auf „The Glorious Burdon“ bereits deutlich bewiesen und präsentiert sich auch auf „Framing Armageddon“ im Vergleich dazu um keinen Deut schlechter. Von der instrumentellen Seite her dürfte es dagegen kaum Anlass zu Diskussionen geben, denn hier gibt es einfach 100% Iced Earth inklusive aller für diese Truppe markanten Trademarks auf die Ohren: Wuchtige Gitarrenriffs, treibende Rhythmen und oben drauf ein gehöriges Sahnehäubchen Bombast.
Fazit: Für alle diejenigen, die den Ripper aus ihrem tiefsten Inneren abgrundtief hassen und per se ihre zeit lieber damit verbringen, ihrem geliebten Herrn Barlow nach zu weinen: Lasst die Pfoten von „Framing Armageddon“! Hier singt wirklich Tim Owens! Matthew Barlow ist hier nicht zu hören!
Für diejenigen unter euch, die Iced Earth entweder vorbehaltlos lieben oder einfach nur auf gepflegt wuchtigen Power Metal stehen und vielleicht nebenbei noch eine gewisse Affinität zu musikalisch vorgetragenen Sci-Fi Stories haben: Ab in den CD-Laden und „Framing Armageddon“ erst zur Kasse und dann nach Hause tragen! Und dann dürfen wir uns ja wohl auch 2008 schon auf Teil 2 der Geschichte freuen. Trotz Voiceover Promo optimistische und froh gestimmte 11 Setianer!
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Es gibt nur einen Iced Earth Shouter und der hört auf den Namen: Gene Adam. Das ist wie bei Annihilator. Nur mit Randy Rampage.
Comment by DJ — September 7, 2007 @ 6:59 am