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Hubert von Goisern: Live in Düsseldorf


Autor: SB / Kommentare: Bisher keine

Im Rahmen seiner Linz Europa Schiffs-Tour (2008-2009) geht Hubert von Goisern mit Band am 28.07. in Düsseldorf mit seiner schwimmenden Bühne vor Anker.
Als schillernde Galionsfigur heizt heute Xavier Naidoo gemeinsam mit Huberts äußerst druckvollen achtköpfigen Band den Düsseldorfern und Angereisten auf den Rheinterrassen ein. Der Sohn Mannheims beweist Seele – sowohl in seinen Liedtexten und  souligem Gesang als auch dem gradlinigen mit Schalk gespickten Kontakt zum Publikum. Diesen stellt er lässig her, obwohl die Zuhörer in den ersten Reihen schlappe 50 Meter weit entfernt von der Bühne sitzen. Mit Songs wie „20000 Meilen“ und „Seine Straßen“ versetzt er das Publikum im Frankenheim Open-Air-Kino in positive Schwingung und ermutigt es schließlich sogar zum zaghaften Mitsingen – „Joy & Pain“ liegen in diesem Wechselgesang wahrlich und wörtlich dicht beieinander. Düsseldorf ist eingegrooved.
Hubert von Goisern betätigt sich beim Betreten der Bühne zunächst als Paparazzo und begutachtet die erwartungsfrohen Landratten per Feldstecher.
Dann gilt es als Zuschauer, nur nicht tanzender Weise über die Kai-Mauer zu purzeln und in Seenot zu geraten. Gut möglich – weil sich der zum weltmusikalischen Patchwork-Klangteppich verwobene Groove keineswegs dem entschleunigten Reise-Rhythmus der autarken Barge anpasst. Stattdessen kommt er überwiegend prall und deftig daher. (I)s`Nix zum „Füße still halten“. Neben neuen Songs wie „Haut und Haar“ oder „Regen“ präsentiert HvG auch bewährte Iwasig-Stücke wie „I bin an“ oder „Poika“ oder „Neuer Tag“. Diesen wird von der neu zusammengemixten jungen Band eine gehörige Portion frischer Wind und Spirit eingehaucht. Ein betörendes Briserl Balkan verströmt die Roma-Künstlerin Darinka Tsekova mit ihrem faszinierenden Gadulka-Spiel.
Maria Moling (Stimme und Perkussion) überrascht mit einer lupenreinen Neuinterpretation des „Juchizer“, die den eingefleischten Fans aus Alpinkatzen-Zeiten (unverkennbar an ihrem alpinen Outfit) salzige Tränen der Wehmut ins Trachten-Knopfloch treiben dürfte. Raum und Zeit lösen sich spätestens an dieser Stelle getrost in Wohlgefallen auf.
HvG hat seine lebenslange Rastlosigkeit in Form immer neuer grenzenloser Musik-Kultur-Trips weise kultiviert und strahlt vielleicht nicht zuletzt deshalb eine wohltuende engagierte Gelassenheit aus. Diesmal hält er mit der Steirischen Ziehharmonika und seinen obligatorischen Jodel-Parts recht dezent hinterm Berg – zugunsten einer enormen Vielseitigkeit der ungestümen gut aufgelegten und aufeinander akkurat eingespielten Band.
Die  Unberechenbarkeit der einzelnen Stücke  wird durchströmt von dem vertrauten Gefühl der Ambivalenz, welches HvG-Musik von jeher begleitet: Wehmut und Vorfreude, Melancholie und Aufmupf-Stimmung vermischen sich mit der lauen Sommerluft zur tanzbaren Rhein-Kultur.
Die gesamte Besatzung – inklusive Gastkünstler Naidoo -  läuft im  abschließenden gemeinsam zelebrierten Konzert-Teil zu Höchstformen auf und schafft es mühelos, dem entfachten Feuer noch mehr Zunder zu geben.
Ein Etappen-Ziel scheint für den humanistisch geprägten „Musik-Piraten“ Hubert von Goisern an diesem Abend mehr als erreicht. Sein Hauptanliegen neben dem Entdecken von Gemeinsamkeiten und Unterschieden diverser europäischer Kulturen ist vor allem eins: Freundschaften schließen. Man darf gespannt sein auf den weiteren Verlauf der Tour.

Infos zur Tour:   www.hubertvongoisern.com/de/linztour/index.html
Infos zur Band: www.hubertvongoisern.com/de/linztour/band.html
Infos zum neuen Album „S´Nix“: www.hubertvongoisern.com/de/snix/index.html

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