Mittlerweile hat das (fast) neue Label Arctic Rodeo Recordings das Kunststück geschafft, dass man bei Neuerscheinungen aus diesem Hause fast zwangsläufig Großes erwartet. Da scheinen Leute mit einem feinen Händchen, nicht für Trends, aber für wunderbare Musik am Werke zu sein. Nun folgt mit House & Parish der neueste Streich und alle Freunde gepflegter Indiemusik dürfen vor Freude in die Hände klatschen und auch ein kleines Tränchen des Glücks vergießen.
Mit „One, One - Thousand“ erscheint bei uns nun die erste EP von House & Parish. Aber anders als in den USA wird das Dingen bei uns mit zwei Bonus-Tracks angereichert. Keine Angst, ein vollwertiges Album ist schon in Arbeit. Einstweilen darf man sich aber an „One, One – Thousand" erfreuen. Auf die Ohren gibt es hier allerfeinsten Indiekrach. Mal poppig, mal eher rockig. Schon der Opener „Pristine Fields“ schrammelt und rumpelt, dass es eine wahre Freude ist. Hier kommen einem doch glatt alte Helden wie Pavement, Sonic Youth oder Dinosaur jr. in den Sinn. Der zweite Track „Summer Programme“ ist eine Spur ausgefeilter und wird von einem poppigen Flair durchzogen und ist insgesamt einen Tacken ruhiger ausgefallen. „This Curse“ ist ähnlich angelegt, leider auch eine Spur langweiliger. Der Song plätschert irgendwie so vor sich hin. Zum Glück wird es dann mit dem schönen schrägen „Standardesque“ wieder besser. Das ist doch Balsam für die Indieseele. „One, One – Thousand“ kommt fast sphärisch daher. Der Song baut sich ganz langsam auf, bevor er seine volle Schönheit entfaltet. Schön ist die Nummer auf jeden Fall, hier und da kommen da sogar Erinnerungen an Portishead hoch. Im Übrigen kein bisschen störend, dass es sich hier um ein Instrumentalstück handelt. Ganz groß ist „What Am I Still Waiting For“ – mehr Hitpotenzial geht fast nicht. Kein Wunder, dass der Song auch direkt ein weiteres Mal als Ian Love Mix vorhanden ist. „Palace Envy“ hat ähnliche Qualitäten, da darf man schon auf eine vollwertige Langrille gespannt sein.
Fazit: „One, One – Thousand“ ist eine richtig schöne, runde Sache geworden. Eine EP reicht da natürlich nicht, wir wollen ein ganzes Album! Endlich mal wieder Indiepoprock, auf den man sich in Zukunft freut!