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Hollywood Pornstars: Satellites
(Naive/Indigo)


Autor: schlimm / Wertung: 7 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Die Hollywood Pornstars sind eine Live-Band. Nicht nur, dass sie sich in der Vergangenheit den sprichwörtlichen Allerwertesten abtourten, nein, nun haben sie auch noch ihr neues Album unter Live-Bedingungen eingespielt. „Satellites“ wurde in zwölf Tagen auf Analogband aufgenommen. Die Band aus Lüttich wollte alles so authentisch wir nur eben möglich einfangen. Ein Schnellschuss ist die Platte trotzdem nicht geworden.

Die zwölf Songs auf „Satellites“ variieren mal zwischen laut und mal zwischen leise. Im Grunde seines digitalen Herzens atmet der vorliegende Silberling aber nur eine Luft ein und aus und die nennt sich Rock and Roll. Schon der Albumopener „Andy“ lässt die Gitarren heulen und dem Bass eine zentrale Rolle zukommen. Der Gesang kommt lässig und cool daher und fertig ist ein perfekter Einstieg in eine nicht ganz so perfekte Platte. Auch bei „Islands“ nimmt der Bass eine tragende Rolle ein. Der Refrain besticht mit einer verdammten Ohrwurmmelodie, die man den ganzen Tag nicht mehr los wird. Ganz großartige Popindienummer. Auch „The Fugitive“ knüpft daran an, kommt aber eine ganze Spur hektischer daher und ist sehr stark von der momentanen Entwicklung aus UK geprägt. Einen kleinen Hänger gibt es dann mit „Crimes“ zu verzeichnen. Nettes, balladeskes Liedchen, mehr aber auch nicht. Aber keine Angst, der Rockmotor wird bei „Ben´s Dead“ wieder angeschmissen bevor es mit „Young Girls“ eine Spur ruhiger wird. Auch hier macht sich eher Langeweile breit, mitunter nervt der Track sogar. Das anschließende „Diamond“ ist da leider nur geringfügig besser. Diese Durststrecke ist dann glücklicherweise mit „Walking Cash Machine“ überstanden. Hier geht es mit zeitweise durchgetretenem Gaspedal endlich mal wieder etwas mehr ab. Dass die Hollywood Pornstars aber doch auch die leisen und ruhigeren Töne beherrschen stellten sie dann mit dem melancholischen „Perfect Storm“ unter Beweis. „I Want You“ verströmt eine beklemmende Atmosphäre, sehr schöne musikalische Umsetzung, die einen wohligen Schauer auf die Haut zaubert. Mit „Calling The Ghosts“ schließt sich eine weitere, diesmal recht gelungene, (Piano-)Ballade an. „There´s A God“ beendet die Scheibe rockig, so wie sie auch begonnen hat. Somit schließt sich also in gewisser Hinsicht der Kreis.

Fazit: „Satellites“ ist im Grunde ein recht gelungenes Album. Allerdings gibt es in der Mitte auch den ein oder anderen langweiligen Moment zu überstehen, hat schon Züge von Füllmaterial. Aber wozu gibt es die Skip-Taste? Nichtsdestotrotz überwiegen die guten Augenblicke und bisweilen macht die Scheibe richtig Spaß. Verstecken braucht sich das Werk hinter den angesagten Bands aus UK auch nicht! Von daher – Daumen halb hoch.

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