Die skandinavische Musiklandschaft scheint irgendwo eine schier unversiegbare Quelle an guten Bands und Musikern zu beherbergen. Immer, wenn man denkt, dass da nichts mehr kommen kann, kommt unter Garantie irgendwo eine neue Band um die Ecke, die einem vor Überraschung die Kinnlade auf den Tisch knallen lässt. Vielleicht liegt es auch einfach nur an den guten Förderprogrammen dort, die unseren Gefilden völlig abgehen. Mit Hellsingland Underground macht sich nun die nächste Formation auf, die Welt mit einem Album zu überraschen.
Kopf und Hauptsongschreiber ist Charlie Granberg. Dass er im Musikgeschäft überhaupt noch tätig ist, kommt fast schon einem kleinen Wunder gleich. Eigentlich war er aufgrund einiger wirklich sehr schlechten Erfahrungen auf einer komplett anderen Schiene und wollte den ganzen Mist nur hinter sich lassen. Wie so oft im Leben, kam es dann natürlich anders. Er wurde Vater und plötzlich sprudelten die Songs nur so aus ihm heraus. Nach und nach wurde dann die Mannschaft von Hellsingland Underground zusammengestellt und ein ganz vorzügliches Album aufgenommen.
Die zehn Songs klingen allerdings alles andere als nach Skandinavien oder gar Schweden. Überraschend ist diese Tatsache allerdings nicht, da gerade Bands aus dem hohen Norden oftmals amerikanischer klingen wie eben amerikanische Gruppen. In dieser Hinsicht gibt schon der Opener die Richtung vor. „Ill Wind“ kommt knochentrocken daher. Northern Rock in Reinkultur, dem sprichwörtlich die Sonne aus dem Popo scheint. Die Mundharmonika bei „Shadow Of The Old You“ lässt einen dann sogar an die ganz Großen wie Dylan, Springsteen oder Young denken. The Allmann Brothers scheinen auch einen ganz großen Einfluss auf die Band zu haben.
Die entspannte Atmosphäre macht die Platte zu einer sonnigen Angelegenheit. Lässig hauen sie mal eben so eine Nummer wie „Northern Country Boy“ raus. Hach nee, wie schön. Piano, Lead- und Rhythmgitarre bilden ein unschlagbares Trio. Das Zusammenspiel von Bass und Drums ist ebenso perfekt und so ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild. Der Livecharakter der Scheibe wird durch „Ljusnan Riverside Jam“ sehr schön unterstrichen. Braucht man sicher nicht unbedingt, als Auflockerung ist die Nummer allerdings ganz nett. Auch die zweite Seite fällt da nicht ab. Die positive Grundstimmung zaubert selbst in den regnerischen Novembertagen ein bisschen Sonne in die heimischen vier Wände. Ein Höhepunkt ist sicher der „Blue Mountain Blues“ in alter Dylan-Manier. „Hard Falls“ weckt in einem dann sogar die Sehnsucht einen endlosen Highway zu befahren.
Fazit: Hellsingland Underground ist eine tolle Platte mit einer mehr als positiven Grundstimmung gelungen. Produktion, Arrangements, musikalische Umsetzung und besonders das Songwriting sind wirklich allererste Sahne. So viel Sonne hat schon lange keine Platte mehr verbreitet!
http://www.hellsinglandunderground.com