Da hat man sic him Hause Helloween die Messlatte für das neue Album verdammt hochgelegt, als man ankündigte, das Keeper – Konzept fortzuführen. Bleibt die Frage, ob die Kürbisköpfe die selbst benannte Höhe locker überspringen, oder ob sie die Latte reißen und mit Schimpf und Schande auf die Matte knallen. Nachdem ich jetzt das Album ein paar mal durchgehört habe, würde ich sagen, die Höhe wurde übersprungen, allerdings hat die Latte lange nachgewackelt und sich mehr als einmal überlegt, eventuell doch noch zu fallen. Was man auf jeden Fall vor dem Genuss des Doppel-Cd Albums machen muss, ist, die Erwartungshaltung ablegen, dass Helloween wirklich ernsthaft das Feeling der 80er Highlights – sprich Part I und Pat II – wieder aufleben lassen könnten. Dazu stehen schon alleine auf Grund der Besetzung zu viele Hindernisse im Wege, und ich denke, das wird man seitens der Band auch nicht ernsthaft versucht haben. Hat man seine nostalgische Erwartungshaltung auf ein Minimum reduziert und geht relativ unbefangen an diesen Release heran, dann kann man „The Legacy“ schon über alles betrachtet als gelungenes Power Metal Album betrachten. Gleich der epische Opener „The King For A 100 Years“ z.B. weiß durch kompositorische Vielfalt, kraftvolle Riffs und eingängigen Gesang definitive zu gefallen, und auch im weiteren Verlauf der insgesamt 13 Stücke umfassenden Tracklist finden sich immer mal wieder echte Power Metal Highlights. Helloween Nostalgiker kommen bei „Occasion Avenue“ sicherlich auf ihre Kosten, denn im Intro dieses Songs werden einige der Keeper Highlights in kurzen Fragmenten wiederbelebt. Auch die folgende Ballade „Light of the Universe“ kann sich hören lassen, nicht zuletzt weil man hier die bezaubernde Candice Night mit ihrer wundervollen Stimme für ein Duett mit Helloween Fronter Andi Deris gewinnen konnte. Schade ist nur, dass mir in der vorliegenden Promo die Songtexte fehlen, so dass ich mich zur textlichen Fortsetzung des Keeper-Konzeptes nicht äußern kann. Damit werde ich mich dann mal in einer ruhigen Minute beschäftigen. Fazit: Für mich persönlich ist „Keeper of the Seven Keys: The Legacy“ das beste Helloween - Album seit dem Split der Kürbisköpfe, weil es über weite Teile endlich mal wieder mächtig rockt und auch ab und an richtig Arsch tritt, und sich die Schwächeperioden in der Setlist ziemlich in Grenzen halten. Wer den Sound der alten Keeper-Zeiten erwartet wird möglicherweise enttäuscht werden, aber wer wie ich ohne allzu große Erwartungen an die Nummer rangeht bzw. ohnehin Fan der aktuellen Helloween ist, wird an dieser Veröffentlichung sicherlich Freude haben. 10½ Punkte, der alten Zeiten wegen (man kann ja doch irgendwie nicht raus, aus der alten Metallerhaut ;-))…
Rezensionen > Musik
Helloween: Keeper of the Seven Keys: The Legacy TIPP
(Steamhammer / SPV)
Autor: Katze / Wertung: 10.5 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine
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