Inhalt: Es ist Nacht und sie haben sich verfahren. Nur knapp entgehen sie einem Unfall als ihnen jemand vor den Bus springt. Und dann entdecken sie auch noch den geschrotteten Wagen Ihrer Freunde in einem Maisfeld. Kein guter Start für einen erfolgreichen Gig der Band Hell-Patrol.
Aber es wird noch seltsamer, denn plötzlich springt der Bus nicht mehr an und man muß sich zu Fuß auf den Weg machen. Der Vollmond bricht durch die Wolken und mit ihm bricht auch eine furchterregende Gestalt aus dem Mais heraus. Jetzt heißt es nur noch: „Rennt um euer Leben!“
Kritik: Während sich der Titel liest wie die 250 TKKG Folge bekommt man inhaltlich eine ‚10 kleine Teenie’-Variante geboten, bei der dem Autor allerdings der Mut fehlt, eine seiner Figuren über die Klinge springen zu lassen. Ob es daran liegt, dass Jungautor Marcus Görner nicht nur an seinen Figuren hängt sondern die Geschichte auch seinem Kleinen beim ins Bettbringen vorliest?
Ingesamt ist es auffällig, dass man bei Hell-Patrol etwas zwischen den Stühlen pendelt: Zum einen liegt hier eine astreine Werwolf-Geschichte vor, zum anderen verflüchtigt man den Grusel aber mit einigen netten Hörspielzitaten (->Rudolf Leubner) und auch ein wenig Klamauk. Und drückt auch etwas zu gezwungen den Punk der Band Alvarez und den Hard Rock der Gruppe Neverless in die Erzählung. Denn mal passt die Mucke, mal stellt sie einen reichlichen Störfaktor dar. Ähnlich wie bei der Schattenreich-Serie.
Dafür gelingt es den Machern, die Spannung kontinuierlich aufzubauen. Der Beginn ist noch reichlich zäh, aber spätestens, wenn man endlich das Maisfeld hinter sich gelassen hat und der Werwolf an der Tür kratzt, nimmt die Geschichte an Fahrt auf. Auch wenn die Figur des Daniel Lykan gut gemeint aber zu durchschaubar ist.
Bei den Sprechern hapert es leider wieder etwas. Der Laiencharakter lässt sich hier nicht verbergen. Einzig Horst Kurth als besagter Daniel Lykan und Bert Stevens als Bauer Leubner können vollkommen überzeugen.
Freunde der Psi-Akten kommen bei diesem Einzelhörspiel sicherlich auf ihre Kosten, der ganz großem Wurf ist Marcus Görner allerdings mit Hell Patrol noch nicht gelungen. Dafür mangelt es an frischen Ideen und spürbarer Dramatik.