„Bach zu spielen, erlaubt es einem, sowohl seine spirituelle als auch seine technische Größe als Instrumentalistin unter Beweis zu stellen“, so äußert sich Hélène Grimaud in dem mir vorliegenden Rezensionsexemplar ihrer aktuellen, einfach und ausdrucksstark mit „Bach“ betitelten CD. Und ich denke, sie hat mit dieser Aussage Recht und tritt dann auch gleich mit ihrem Spiel den Beweis an, dass sie in den beiden von ihr genannten Gebieten wirklich über Größe verfügt.
Mit einer ganzen Reihe originaler Bachwerke (ausgewählte Stücke aus dem Wohltemperierten Klavier sowie das erste Klavierkonzert d-Moll) und einigen Bach-Bearbeitungen anderer Komponisten (Busoni, Liszt, Rachmaninow) präsentiert die ebenso charmante wie gutaussehende französische Pianistin einen schönen Querschnitt durch die Werke Bachs und das auf einem hohen musikalischen Niveau. Dabei glänzt sie nicht alleine mit ihren Fertigkeiten sondern konnte sich die Unterstützung des exzellenten Kammerorchesters der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen sichern, was dem Gesamtwerk quasi das Sahnehäubchen aufsetzt. Was die Künstlerin auch dieses Mal wieder auszeichnet ist ihre Art der Interpretation klassischer Werke, bei denen sie nicht dogmatisch streng an den Originalen haftet, sondern der Interpretation ihre eigene organische Note zu geben, auch ohne sich in wilder Fahrt von den Ursprüngen zu entfernen.
Fazit: Bach’s Musik ist ohnehin großartig und zählt zumindest für mich zu dem Besten was die klassische Musik hervorgebracht hat. Und wenn diese Musik auf eine Künstlerin wie Hélène Grimaud trifft, dann kann man sich sicher sein, dass ein Album wie „Bach“ zu mehr als einem schönen Hörerlebnis (bevorzugt in den Abendstunden, um den Stress des Tages abzuschütteln) einlädt. Eine wirkliche Kaufempfehlung für Fans des Ausnahmekomponisten und / oder der Pianistin und Freunde der schönen klassischen Musik. 11 Punkte!