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Hauke Brost: Wie Teenies Ticken Tipp

(Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag)

Autor: schlimm / Wertung: 10 von 12 Punkten / Kommentare: Bisher keine

Hauke Brost Wie Teenies Ticken„Wie Männer Ticken“. „Wie Frauen Ticken“. Was fehlt jetzt noch? Genau, "Wie Teenies Ticken". Waren die bisherigen beiden Bücher noch nach Geschlechtern unterteilt und im eigentlichen Sinne nur für die jeweils andere „Spezies“ gedacht, so dürften sich jetzt die Erwachsenen auf die neuerliche Gebrauchsanleitung stürzen. Allen Nörglern sei an dieser Stelle schon mal der Wind aus den Segeln genommen: JA, auch dieses Werk braucht die Welt. Natürlich wird nach dem großen Erfolg von „Wie Männer Ticken“ die Reihe weiter ausgebaut, war sicher auch mit zu rechnen und ist auch folgerichtig eine logische Konsequenz. Man sollte aber schon den feinen Unterschied beachten, denn ausgebaut ist ja nicht gleichbedeutend mit ausgeschlachtet.

Der Autor und Journalist Hauke Brost weiß einfach was er treibt und macht , was viele vergessen – er befragt die Betroffenen direkt selber. Für das vorliegende Buch sprach er mit über 1.000 Jugendlichen. Ratgeber in diese Richtung gibt es ja wie der sprichwörtliche Sand am Meer, aber da wird ja oftmals mehr über als mit den Jugendlichen gesprochen. Nun also gibt es die Quersumme deren Meinung hier zu lesen.

Ich hatte bisher die Ehre die beiden bisherigen Bücher von Hauke Brost zu lesen und besprechen zu dürfen. Das war nicht nur ein großer Spaß und ein großes Lesevergnügen, hier und da erkannte man sich selbst oder wahlweise den Partner wieder. Gespannt war ich als Familienvater nun natürlich auch auf „Wie Teenies Ticken“, auch wenn der eigene Nachwuchs weit davon entfernt ist ein Teenie zu sein, so kann man sicher nicht früh genug anfangen, sich auf dieses schwierige Alter vorzubereiten.

In Zeiten der Super Nanny und Konsorten kriegt man ja immer wieder Notfallpläne an die Hand gegeben – aus Erwachsenensicht. Und welche Eltern mit pubertierenden Jugendlichen kennen nicht auch dieses Ohnmachtgefühl, wenn sie mal wieder wie der Ochs vorm Berg verzweifelt vor ihren Sprösslingen stehen? Oft regiert Sprach- und Ratlosigkeit. Jetzt wird alles anders, denn hier kommen die Jugendlichen selber zu Wort.

Die Überschriften der einzelnen Unterkapitel sind Fragen, die Eltern immer wieder ihren Kindern stellen. Dies hilft natürlich ungemein dabei, wenn man das Buch später immer mal wieder als Ratgeber hervorziehen will und schnell zum entsprechenden Passus gelangen möchte. Nach der entsprechenden Frage gibt es dann die O-Töne von jeweils einem Elternteil und einem Teenie, dann folgt eine Zusammenfassung der Meinung von anderen Teenies. Was bei der ganze Sache auffällt: Die Jugendlichen nervt immer noch der selbe Mist, der unserer Generation schon so manchen Anlass zu einem Wutausbruch gegeben hat.

„Ein Buch über uns? Geil!“, das war die einhellige Meinung der Jugendlichen, die einem Aufruf der Zeitschrift YAM gefolgt sind und mitgemacht haben. Äußern durften sie sich dann zu sämtlichen Themen, die sie bewegen: von der Familie, über die Schule, die erste Liebe, der erste Sex, ihre vergötterten Stars, ihre Werte, Computer(spiele) und und und. Die Sprache der Teenies wird hier ebenso zum Teil aufgeschlüsselt und dürfte Eltern zum besseren Verständnis sicher eine große Hilfe sein. Der Autor zieht als Fazit: „Leute, seht eure Teenies nicht so verbissen. Lasst sie mehr in Ruhe, lasst sie mehr machen, lasst sie selbst entscheiden: Sie sind viel reifer, als ihr denkt“. Dem kann man sich durchaus anschließen.

Fazit: Ich habe das Buch fast an einem einzigen Abend verschlungen. Das Werk verfolgt natürlich einen äußerst ernsten Hintergrund, hat aber eine gehörige Portion Witz und Unterhaltsamkeit zu bieten. Ebenso entdeckt man sich an vielen Stellen selber wieder und erinnert sich ganz bestimmt daran, wie der Umgang mit den eigenen Eltern war und was einen als Pubertierender selber alles so beschäftigt hat, das war nämlich gar nicht mal so viel anders wie heute – wir hatten nur nicht die Möglichkeiten der modernen Kommunikationsmittel, aber sonst? Vielleicht schafft es das Buch die Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Jugendlichen zu überbrücken. Ganz bestimmt hilft es den Eltern dabei ihre Kinder besser zu verstehen und damit liefert „Wie Teenies Ticken“ einen sehr wertvollen Beitrag das Familienleben einfacher zu gestalten und den Jugendlichen endlich ein Sprachrohr an die Hand zu geben. Damit dürfte sich das Leben für alle wesentlich stressfreier gestalten. Liebe Teenies, legt das Buch euren Eltern doch einfach unter den Weihnachtsbaum, so als Wink mit dem Hochhaus. Auch „Wie Teenies Ticken“ eignet sich also mal wieder prima zum Verschenken, gerne allerdings auch von Eltern an ihre Kinder!

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