Es gibt Tage, da reibt man sich als Musikredakteur verwundert die Augen und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Tag an dem „Street Poetry“ von Hanoi Rocks auf meinem Schreibtisch in Promo - Form auf meinem Schreibtisch aufschlug, war für mich ein ebensolcher Tag.
Okay, ich muss gestehen, dass ich den Werdegang dieser Sleaze Rock Truppe nie mit sonderlich großem Interesse und in den letzten Jahren auch gar nicht mehr verfolgt habe, aber mein erster Gedanke bei dem Anblick des Albums ging in die Richtung „Wat, die machen immer noch Mucke?!“. Weiterhin muss ich auch zugeben, dass sich meine Erwartungen an die Qualität des musikalisch gebotenen hier stark in Grenzen hielten, genau gesagt sogar ziemlich gegen Null tendierten. Nachdem die Scheibe inzwischen drei bis vier Mal durch meinen CD-Player durchrotiert ist, muss ich bei den Herren von der Haarspray- und Spandex – Fraktion Abbitte leisten, denn „Street Poetry“ kann man durchaus als gefälliges und eingängiges Rockalbum bezeichnen, dass jetzt vielleicht nicht die ganz großen Meilensteine der Rockgeschichte vorhält, dass man aber auch keinesfalls im Plattenschrank verstecken muss und das man auch mal – ohne sich zu schämen – in Gegenwart seiner Kumpels auflegen kann.
Fazit: Die Sleaze Rock Gemeinde wird es freuen, mal wieder was von den Helden ihrer Jugendtage zu hören, aber auch wer sonst auf nett gemachten und fein groovende Rockmucke steht sollte sich ruhig einmal an „Street Poetry“ von Hanoi Rocks versuchen. 8½ Glitzersternchen!
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