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Hämatom: Wut

(Megapress / Soulfood Music)

Autor: Katze / Kommentare: Bisher keine

Hämatom: WutNachdem ich „Wut“ von der süddeutschen Formation Hämatom inzwischen mehrere Durchläufe im CD-Player gegönnt habe, lässt mich die Scheibe immer noch mit einem arg zwiespältigen Gefühl zurück. Zwar weiß ich mittlerweile, dass die Nummer nicht wirklich mein Ding ist und die Platte künftig eher selten auflegen werde, muss aber auch gestehen, dass ich die Combo irgendwie faszinierend finde.

Faszinierend empfinde ich vor allem das Auftreten der Band und das Konzept, das man hier umzusetzen versucht. Schon das Artwork der CD, angefangen beim Digipack, über das Cover, das Booklet, die verwendeten Farben bis hin zu den Bandfotos komt mächtig ansprechend rüber und bietet ganz großes Augenkino. Auch dass sich die Bandmitglieder NORD, OST, SÜD und WEST nennen zeigt, dass sich die Herren über sich und ihre Musik einige Gedanken gemacht haben und mit Herzblut hinter ihrer Sache stehen. Die Musik selber knallt amtlich aus den Boxen und könnte man wahrscheinlich am ehesten mit dem Begriff Neue Deutsche Härte bezeichnen ohne gleich irgendwelche Rammstein – Vergleiche bemühen zu wollen, denn das würde der Truppe und den insgesamt vierzehn präsentierten Songs nur wenig gerecht werden. Auch textlich versucht man sich ganz klar zu positionieren und hat beispielsweise mit „Fremd“ eine tolle, zündende Granate gegen Ausländerfeindlichkeit im Petto. Andererseits törnt mich persönlich das allgegenwärtige, übertrieben Martialische an diesem Werk ein wenig ab und manches kommt mir am Ende dann doch wieder ein wenig zu klischeehaft daher. Auch musikalisch ist es mir persönlich an manchen Stellen zu hektisch und auch der bisweilen übertriebenen Härte kann ich nicht wirklich viel abgewinnen.

Fazit: Hämatom – Gitarrist OST trifft es im beigelegten Presseinfo wahrscheinlich am Besten, indem er sagt, dass man sich selbst nicht als Band für den modernen Freizeitrocker (herrlicher Begriff!) sieht und polarisieren will. Auch dass man mit Sicherheit nicht jedem gefallen wird wäre in den Augen der Formation gut. Gefälligkeiten gegenüber irgendeinem Massengeschmack gibt es in den Inhalten der Band nicht und man mache ohne Kompromisse das, was man selber für richtig halte. Ich glaube, dass ich genau diese in der Musik und Gesamtarbeit spürbare allgegenwärtige Einstellung so faszinierend finde, und ich vermute auch, dass Freunde aggressiver, harter, deutscher Klänge sich mit „Wut“ ein echtes Genre Kleinod ins Plattenregal stellen können. Meinem inneren Zwiespalt zum Album Rechnung tragend enthalte ich mich dieses Mal einfach einer Wertung, denn hier gilt mehr denn je: „Nur selber antesten macht wirklich klug!“

Homepage Hämatom

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