Kritik: Nach Frankenstein greifen Titania Medien mit Bram Stokers Vampirroman Dracula einen weiteren Meilenstein der klassischen Schauerliteratur auf – und dürften sich mit diesem Meisterwerk endgültig in die Herzen der Grusel Hörspielfreunde produziert haben.
Dabei beginnt das Hörvergnügen erst einmal recht behäbig. Wie schon zuvor LPL Records greifen auch Titania Medien die Kurzgeschichte Draculas Gast auf und setzen sie dahin, wo sie tatsächlich hingehört: Vor die spätere Erzählung Dracula. Draculas Gast ist dabei nicht von der Brillanz der Haupterzählung, irgendwie ist es nicht mehr als ein dünner Aperitif auf das, was kommen wird. Aber Achim Höppner darf ein Wort sagen, das Gandalf vor dem geistigen Auge entstehen lässt: Zurück!!!
Über den Inhalt der Haupterzählung muss an dieser Stelle sicherlich kein Wort mehr verloren werden. Sie dürfte bekannt sein. Die Umsetzung macht aber erneut deutlich, warum Titania Medien zu Zeit Publikums- und Kritikerlieblinge sind und beim Hörspiel-Award 2006 abgeräumt haben: Erstklassige Sprecher, tolle Musik, atmosphärische Untermalung und eine feine Dramaturgie. Hinzukommt, dass man der Erzählung die Zeit gibt, die sich ihr Autor gewünscht hätte. Dracula ist mehr als nur eine schaurige Erzählung. Hier verschwimmen die Grenzen von Romantik-, Abenteuer- und Reiseroman, was verlangt, dass man die Geschwindigkeit beim Erzählen variiert. Und dies ist Titania Medien wirklich gut gelungen.
Vier CDs in ansprechender Verpackung und eine Produktion, die keine Wünsche offen lässt. Schade, dass Titania Medien erst im Herbst 2007 nachlegen.
Surftipps:
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